Verschleppt, gefoltert und umgebracht: Wie Titos Geheimdienst in Österreich operierte

Vor 40 Jahren fand eine Bombenserie in Kärnten ihren Höhepunkt. Vorausgegangen war ein geheimdienstlicher Schattenkrieg, in dem auch ein österreichischer Spitzel mitmischte.

Bei der versuchten Sprengung des Völkermarkter Heimatmuseums am 18. September 1979 wurden drei Menschen verletzt – der Museumskustos und die beiden Bombenleger.
Bei der versuchten Sprengung des Völkermarkter Heimatmuseums am 18. September 1979 wurden drei Menschen verletzt – der Museumskustos und die beiden Bombenleger.
Bei der versuchten Sprengung des Völkermarkter Heimatmuseums am 18. September 1979 wurden drei Menschen verletzt – der Museumskustos und die beiden Bombenleger. – (c) GERT EGGENBERGER

Das morgendliche Klopfen kündigt das Verhängnis an. Noch ist der 26-jährige Kroate Stjepan Crnogorac arglos, als er in der Salzburger Konrad-Laib-Straße die Haustür aufmacht. Dort hat er ein Zimmer gemietet. An diesem 3. Juli 1972 stehen drei Männer vor ihm. Einer spricht ihn an und meint, er sei vom Geheimdienst. Es gebe den Verdacht, der Soziologiestudent handle mit Drogen. Die Unbekannten gehen in die Wohnung und beginnen, diese zu durchsuchen. Sie interessieren sich für Fotoalben, Aufzeichnungen und das Sparbuch. Dann fällt die Maske: Ausgerechnet der Österreicher weist eine Dienstmarke der jugoslawischen Staatssicherheit UDBA vor.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2019)

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