Familie und Beruf

Peter J. Zehetner: Flexible Arbeitszeit, mehr Urlaubstage

Familie und Beruf. Peter J. Zehetner, Geschäftsführer des Kraftwerks Glatzing-Rüstorf legt viel Wert darauf, dass seine Mitarbeiter viel Zeit für ihre Familien haben.

(c) KWG

Wie man als Unternehmen mit einem hohen Männeranteil ein familienfreundliches Klima schaffen kann, zeigt das Kraftwerk Glatzing-Rüstorf (KWG) in Oberösterreich. KWG-Geschäftsführer Peter J. Zehetner, selbst Vater von drei kleinen Kindern (der älteste Sohn ist drei), ist es ein großes Anliegen, seinen Mitarbeitern eine gute Balance zwischen Arbeits- und Privatleben zu ermöglichen. Bei einem Männeranteil von 75 Prozent sind Papamonat und Väterkarenz Themen, „die wir ausdrücklich begrüßen“.

Am wichtigsten, sagt Zehetner „sind den Mitarbeitern aber die flexiblen Arbeitszeiten“. So wird versucht, für jeden das passende Arbeitszeitmodell zu finden: Bei 37 Mitarbeitern gibt es derzeit gleich 20 verschiedene Arbeitszeitmodelle. Der organisatorische Aufwand – immerhin müssen die sieben Wasserkraftwerke in Betrieb, das Kundencenter besetzt sein, sei natürlich groß, „aber er lohnt sich, weil die Mitarbeiter zufriedener und produktiver sind“.

Wichtig ist Zehetner auch, „dass wir geregelte Arbeitszeiten haben, das finden die Mitarbeiter am wertvollsten: Jeder Mitarbeiter weiß, dass er zu 95 Prozent zur geplanten Uhrzeit nach Hause geht und nicht noch Überstunden anhängen muss.“ So bleibt mehr Zeit für die Familie und Freizeit. Das funktioniere auch deshalb so gut, sagt Zehetner, weil auch die Führungskräfte versuchen, Überstunden zu vermeiden und pünktlich nach Hause zu gehen. Die Vorbildwirkung, sagt Zehetner, sei dabei „ganz wichtig“. Es komme, sagt Zehetner, wahrscheinlich nicht so oft vor, dass der Geschäftsführer als Jungvater selbst vorlebt, wie man trotz großer beruflicher Verantwortung viel Zeit für die Familie findet. So ist Zehetner in den vergangenen Wochen immer später in die Arbeit gekommen, weil er seinen Sohn James an den ersten Tagen im Kindergarten unterstützen wollte.

Zur Geburt des Kindes schenkt KWG, das in Oberösterreich sieben Kleinwasserkraftwerke an der Ager betreibt, seinen Mitarbeitern drei zusätzliche Tage Urlaub. Weiters gibt es eine betriebliche Gesundheitsförderung. Die nächsten Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind geplant, etwa ein eigener Bügelservice für die Mitarbeiter, um dadurch mehr Quality Time für die Familien zu ermöglichen. Auch ein Väter-Brunch für den Austausch unter den (Jung)Vätern ist vorgesehen.
Das Kraftwerk Glatzing-Rüstorf, das rund 6000 Kunden mit Ökostrom versorgt, will die Familienfreundlichkeit aber auch bei seinen Kunden leben: So bekommen Kunden, die Eltern werden, sieben Tage Gratisstrom geschenkt.

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