KMU-Digital hilft bei der Transformation

Studie. Fast die Hälfte der KMU wünscht sich Beratung zur Umsetzung der digitalen Transformation, geht aus eine Studie hervor. Genau diese Beratung wird vom Programm KMU-Digital gefördert – und kann noch bis März 2019 beantragt werden.

Auch in Gärtnereien wachsen digitale Prozesse aus dem Boden.
Auch in Gärtnereien wachsen digitale Prozesse aus dem Boden.
Auch in Gärtnereien wachsen digitale Prozesse aus dem Boden. – (C) Beigestellt

„Nein“, sagt Michael Kraic, Chef der gleichnamigen Gärtnerei in Neulengbach (Niederösterreich). Was den Einkauf seiner Produkte betrifft, will er nicht aufs Internet zurückgreifen: „Mir ist es wichtig, die Qualität der Produkte, die ich meinen Kunden weiterverkaufe, selbst zu prüfen. Das bin ich meinen Kunden schuldig.“ Den weitaus größeren Anteil, den Kraic in seiner Gärtnerei vertreibt, produziert er aber ohnehin selbst: „Wir produzieren eigentlich alles, was man als Gärtnerei in unseren Breitengraden selbst produzieren kann“, erzählt er, dessen Betrieb auf eine mehr als 100-jährige Tradition – zuerst in Wien und seit Mitte der 1960er-Jahre in Neulengbach – zurückblickt.

In der Produktion setzt er allerdings bereits auf eine digitale Lösung. Der Klimacomputer steuert digital Heizung und Belüftung der Pflanzen und schlägt im Bedarfsfall, wenn etwas nicht stimmen sollte, automatisch Alarm. Ein Alarm, der auch auf dem Handy landet, von wo aus der Betriebsinhaber die
Anlage steuern kann. „Ich suche mir aber lieber einen Rechner in der Nähe“, sagt Kraic.

Auch wenn er im Einkauf und Verkauf – „Ich schätze den persönlichen Kontakt mit meinen Kunden, und diese schätzen die persönliche Beratung“ – nicht auf das Internet setzt, hat das Zeitalter der digitalen Transformation bei der Gärtnerei Kraic bereits Einzug gehalten. Die Gärtnerei ist eines jener Beispiele, die zeigen, dass die österreichischen Klein- und Mittelbetriebe durchaus bereit sind, die Möglichkeiten der Digitalisierung gezielt einzusetzen und zu nutzen.

Trotzdem ist die Unsicherheit in puncto digitale Transformation bei zahlreichen KMU noch zu spüren, wie eine Studie von Arthur D. Little, Drei Business, der WKO und dem Institut für KMU-Management an der WU Wien zeigt. Laut der Studie, die 2018 bereits zum zweiten Mal durchgeführt wurde, gaben 36 Prozent der befragten Unternehmen (mehr als 1100 aus sieben Branchen) an, dass fehlende finanzielle Ressourcen die größte Herausforderung der digitalen Transformation seien. Gleich dahinter folgt mit 35 Prozent das fehlende Know-how für die Umsetzung. Im Gegenzug, also dort, wo es um den Unterstützungsbedarf bei der digitalen Transformation geht, erklärten 48 Prozent der Studienteilnehmer, dass sie Beratung zur Umsetzung der digitalen Transformation benötigten.

Genau diese Lücke will das Beratungs- bzw. Förderungsangebot KMU-Digital der WKO schließen.
Das Förderprogramm KMU-Digital 1, das eigentlich am 31. Dezember 2018 auslaufen hätte sollen, wurde vorerst bis 31. März 2019 verlängert. „Insgesamt wurden bisher mehr als 7000 Beratungen zur Förderung angemeldet“, erzählt Christian Rupp, Digitalisierungsbeauftragter der WKO und Leiter der KMU-Digitalisierungsoffensive. Das vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort finanzierte Programm sieht vier Stufen der Förderung vor. Der KMU-Digital-Online- Status-Check und die KMUDigital- Potenzialanalyse werden zu 100 Prozent finanziert, sind also kostenlos. Bei der Potenzialanalyse besucht ein zertifizierter Digitalisierungsberater das Unternehmen, analysiert systematisch mögliche Chancen und Risken und informiert über digitale Trends. Ziel ist es unter anderem, auch relevante Themen, die bisher nicht im Fokus des Unternehmens lagen, herauszuarbeiten. Am Ende der eintägigen Beratung steht ein Überblick über die Möglichkeiten der Umsetzung.

Im Rahmen der KMU-Digital-Beratung (dritter Punkt des Förderungsprogramms) sollen dann eine ganzheitliche Strategie für die Umsetzung entwickelt und konkrete Maßnahmen geplant werden. Die Beratung ist auf drei Themenbereiche fokussiert: E-Commerce und Social Media, Geschäftsmodelle & Prozesse sowie Verbesserung der IT-Sicherheit und Datenschutz. Gefördert werden 50 Prozent der Beratungskosten (maximal 1000 Euro pro Beratung).
Die vierte S chiene des Förderprogramms widmet sich der Qualifizierung von Unternehmern und Mitarbeitern. Dabei geht es vor allem um Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Erweiterung der digitalen Kompetenzen. Auch in diesem Fall werden 50 Prozent der anfallenden Kosten gefördert. Details zu den einzelnen Programmteilen finden Sie unter dem Link: //bit.ly/2QlHbcX.

Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      KMU-Digital hilft bei der Transformation

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.