#wirsindmehr

Singen und Rappen gegen Nazis in Chemnitz

Mehr als 50.000 Menschen strömten zum Konzert gegen Ausländerfeindlichkeit und rechtsextreme Gewalt mit den Toten Hosen. Gegenveranstaltungen wurden untersagt.

Da war schon einiges los, beim Konzert unter dem Motto und Hashtag "#wirsindmehr" in Chemnitz. Zahlreiche Musik-Stars haben sich Montagabend gegen Ausländerfeindlichkeit und rechtsextreme Gewalt stark gemacht.

(c) REUTERS (HANNIBAL HANSCHKE)

Die Stadtverwaltung bezifferte die Zahl der Besucher auf 65.000, Tote-Hosen-Sänger Campino sprach am Ende des Konzerts sogar von 70.000. Die beste Nachricht gleich zu Beginn: Laut Polizei blieb war es ein friedlicher Abend.

(c) REUTERS (HANNIBAL HANSCHKE)

Geplante Gegenveranstaltungen des ausländer- und islamfeindlichen Bündnisses Thügida und der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz waren von der Stadt untersagt worden, weil die angedachten Veranstaltungsflächen bereits belegt seien.

Im Bild: Konzert-Beobachter auf einer Feuertreppe.

(c) APA/AFP/JOHN MACDOUGALL (JOHN MACDOUGALL)

Mit dem Konzert wollten die Musiker - im Bild der HipHopper Trettmann - ein lautes Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen.

(c) APA/AFP/dpa/SEBASTIAN WILLNOW (SEBASTIAN WILLNOW)

Der aus Rostock stammende Rapper Marteria (im Bild rechts, gemeinsam mit Rap-Kollege Casper) fühlte sich an die fremdenfeindlichen Ausschreitungen von 1992 in Rostock-Lichtenhagen erinnert. Er habe jahrelang damit zu kämpfen gehabt, dass Rostock als "Nazi-Stadt" abgestempelt gewesen sei. "Mir geht es darum, dass die Leute, die aus Sachsen, aus Chemnitz sind, auch sagen können: "Hey, ich bin aus Chemnitz", ohne dass gesagt wird: "Ah, musst Du also ein Nazi sein.""

(c) APA/AFP/dpa/SEBASTIAN KAHNERT (SEBASTIAN KAHNERT)

Die Beteiligung bei #wirsindmehr wurde auch deshalb aufmerksam beobachtet, weil beim "Trauermarsch" von AfD und Pegida am Samstag die Gegendemonstranten in der Unterzahl gewesen waren: Rechte Populisten, Radikale und Extremisten hatten 8000 Teilnehmer mobilisiert, die Gegenseite nur 3500.

(c) REUTERS (HANNIBAL HANSCHKE)

Sie waren im Vorfeld die "Aufreger" im Line-up des Abends. Denn der Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern hatte die Punkband Feine Sahne Fischfilet zeitweise wegen "linksextremistischer Bestrebungen" im Blick, seit längerem jedoch nicht mehr. Sie hatte in einem früheren Lied Gewalt gegen Polizisten verherrlicht. Eine auf Facebook geteilte Einladung zum Konzert von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sorgte deshalb für Kritik in CDU und FDP.

(c) imago/STAR-MEDIA (STAR-MEDIA)

Die Musiker machten vor dem Konzert - und auch immer wieder auf der Bühne - ihren Standpunkt klar: "Wir geben uns nicht der Illusion hin, dass man ein Konzert macht, und dann ist die Welt gerettet", sagte Kraftklub-Sänger Felix Brummer, der aus Chemnitz stammt, vor Beginn. "Aber manchmal ist es wichtig, zu zeigen, dass man nicht allein ist."

(c) APA/AFP/dpa/SEBASTIAN WILLNOW (SEBASTIAN WILLNOW)

In einem zuvor auf Facebook veröffentlichten Aufruf fordern die Initiatoren Solidarität mit jenen Ausländern, die insbesondere nach dem Tod des Mannes angegriffen wurden. Zugleich wandten sie sich gegen eine Instrumentalisierung der Tat durch die Rechten.

(c) REUTERS (HANNIBAL HANSCHKE)

Campino von den Toten Hosen sagte, es gehe bei dem Konzert nicht nur darum, Musik zu hören, sondern sich "solidarisch zu erklären mit denen, die hierbleiben, die den Kampf jeden Tag durchziehen". "Alles, was Anstand hat", müsse sich gegen den rechten Mob stellen.

(c) APA/AFP/dpa/SEBASTIAN KAHNERT (SEBASTIAN KAHNERT)

Die Stimmung war jedenfalls ausgelassen Montagabend.

(c) APA/AFP/dpa/SEBASTIAN WILLNOW (SEBASTIAN WILLNOW)

In Chemnitz war es zuvor tagelang zu Demonstrationen von Rechtsgerichteten, Neonazis und Gegnern der Flüchtlingspolitik der deutschen Regierung sowie zu Gegenprotesten gekommen. Anlass war, dass ein Deutscher erstochen worden war, mutmaßlich von zwei Arabern, die inzwischen in Untersuchungshaft sitzen. Das Motiv ist noch unklar. Die Polizei sicherte den Gedenkort während des Konzerts ab. 

(c) APA/dpa/Sebastian Willnow (Sebastian Willnow)
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Da war schon einiges los, beim Konzert unter dem Motto und Hashtag "#wirsindmehr" in Chemnitz. Zahlreiche Musik-Stars haben sich Montagabend gegen Ausländerfeindlichkeit und rechtsextreme Gewalt stark gemacht.

(c) REUTERS (HANNIBAL HANSCHKE)

Die Stadtverwaltung bezifferte die Zahl der Besucher auf 65.000, Tote-Hosen-Sänger Campino sprach am Ende des Konzerts sogar von 70.000. Die beste Nachricht gleich zu Beginn: Laut Polizei blieb war es ein friedlicher Abend.

(c) REUTERS (HANNIBAL HANSCHKE)

Geplante Gegenveranstaltungen des ausländer- und islamfeindlichen Bündnisses Thügida und der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz waren von der Stadt untersagt worden, weil die angedachten Veranstaltungsflächen bereits belegt seien.

Im Bild: Konzert-Beobachter auf einer Feuertreppe.

(c) APA/AFP/JOHN MACDOUGALL (JOHN MACDOUGALL)

Mit dem Konzert wollten die Musiker - im Bild der HipHopper Trettmann - ein lautes Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen.

(c) APA/AFP/dpa/SEBASTIAN WILLNOW (SEBASTIAN WILLNOW)

Der aus Rostock stammende Rapper Marteria (im Bild rechts, gemeinsam mit Rap-Kollege Casper) fühlte sich an die fremdenfeindlichen Ausschreitungen von 1992 in Rostock-Lichtenhagen erinnert. Er habe jahrelang damit zu kämpfen gehabt, dass Rostock als "Nazi-Stadt" abgestempelt gewesen sei. "Mir geht es darum, dass die Leute, die aus Sachsen, aus Chemnitz sind, auch sagen können: "Hey, ich bin aus Chemnitz", ohne dass gesagt wird: "Ah, musst Du also ein Nazi sein.""

(c) APA/AFP/dpa/SEBASTIAN KAHNERT (SEBASTIAN KAHNERT)

Die Beteiligung bei #wirsindmehr wurde auch deshalb aufmerksam beobachtet, weil beim "Trauermarsch" von AfD und Pegida am Samstag die Gegendemonstranten in der Unterzahl gewesen waren: Rechte Populisten, Radikale und Extremisten hatten 8000 Teilnehmer mobilisiert, die Gegenseite nur 3500.

(c) REUTERS (HANNIBAL HANSCHKE)

Sie waren im Vorfeld die "Aufreger" im Line-up des Abends. Denn der Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern hatte die Punkband Feine Sahne Fischfilet zeitweise wegen "linksextremistischer Bestrebungen" im Blick, seit längerem jedoch nicht mehr. Sie hatte in einem früheren Lied Gewalt gegen Polizisten verherrlicht. Eine auf Facebook geteilte Einladung zum Konzert von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sorgte deshalb für Kritik in CDU und FDP.

(c) imago/STAR-MEDIA (STAR-MEDIA)

Die Musiker machten vor dem Konzert - und auch immer wieder auf der Bühne - ihren Standpunkt klar: "Wir geben uns nicht der Illusion hin, dass man ein Konzert macht, und dann ist die Welt gerettet", sagte Kraftklub-Sänger Felix Brummer, der aus Chemnitz stammt, vor Beginn. "Aber manchmal ist es wichtig, zu zeigen, dass man nicht allein ist."

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In einem zuvor auf Facebook veröffentlichten Aufruf fordern die Initiatoren Solidarität mit jenen Ausländern, die insbesondere nach dem Tod des Mannes angegriffen wurden. Zugleich wandten sie sich gegen eine Instrumentalisierung der Tat durch die Rechten.

(c) REUTERS (HANNIBAL HANSCHKE)

Campino von den Toten Hosen sagte, es gehe bei dem Konzert nicht nur darum, Musik zu hören, sondern sich "solidarisch zu erklären mit denen, die hierbleiben, die den Kampf jeden Tag durchziehen". "Alles, was Anstand hat", müsse sich gegen den rechten Mob stellen.

(c) APA/AFP/dpa/SEBASTIAN KAHNERT (SEBASTIAN KAHNERT)

Die Stimmung war jedenfalls ausgelassen Montagabend.

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In Chemnitz war es zuvor tagelang zu Demonstrationen von Rechtsgerichteten, Neonazis und Gegnern der Flüchtlingspolitik der deutschen Regierung sowie zu Gegenprotesten gekommen. Anlass war, dass ein Deutscher erstochen worden war, mutmaßlich von zwei Arabern, die inzwischen in Untersuchungshaft sitzen. Das Motiv ist noch unklar. Die Polizei sicherte den Gedenkort während des Konzerts ab. 

(c) APA/dpa/Sebastian Willnow (Sebastian Willnow)