Deutschland: Steinbrück wird Kanzler-Kandidat der SPD

Der Ex-Finanzminister wird die Partei in die Bundestagswahl 2013 führen. Fraktionschef Steinmeier verzichtet. Steinbrück habe die Unterstützung der ganzen Partei, sagt SPD-Chef Gabriel.

Deutschland: Steinbrück wird Kanzler-Kandidat der SPD
Deutschland: Steinbrück wird Kanzler-Kandidat der SPD
Peer Steinbrück – Reuters

Peer Steinbrück wird Kanzlerkandidat der SPD. Der deutsche Ex-Finanzminister soll in einer Sondersitzung des Parteivorstands am Montag nominiert werden, erklärte SPD-Chef Sigmar Gabriel am Freitag. Er betonte, die Macht der Märkte müsse gebändigt werden und ein neues soziales Gleichgewicht in Deutschland erlangt werden. Darum gehe es bei der Wahl im kommenden September. "Für dieses Ziel und diese Aufgabe ist Peer Steinbrück der beste Kandidat", so Gabriel.

Er habe die Unterstützung der ganzen Partei. Zuvor hatte Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier seinen Verzicht erklärt. Gabriel betonte, er habe dies vor vier Wochen von Steinmeier erfahren. Nachdem dieser Verzicht Steinmeiers am Freitag öffentlich bekannt wurde, hatte Gabriel kurzerhand einen Termin in München abgesagt und war nach Berlin gereist.

Ursprünglich wollte sich die Troika der möglichen Kandidaten Steinmeier, Steinbrück und Gabriel erst Ende 2012/Anfang 2013 festlegen. Die Forderung der Parteibasis nach einer früheren Entscheidung wurde angesichts schwacher Umfragewerte zuletzt aber immer stärker. Die Bundestagswahl in Deutschland findet im Herbst 2013 statt.

Einer Umfrage zufolge wäre Steinbrück im direkten Vergleich mit CDU-Kanzlerin Angela Merkel derzeit ebenso chancenlos wie Steinmeier und Gabriel. Bei einem solchen Duell würden sich 36 Prozent für Steinbrück, aber 53 Prozent für die amtierende Kanzlerin entscheiden. Das ergab das jüngste ZDF-"Politbarometer", das allerdings vor den Entwicklungen in der SPD-Kandidatenfrage erstellt worden war.

(APA/dpa/Red.)

Kommentar zu Artikel:

Deutschland: Steinbrück wird Kanzler-Kandidat der SPD

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen