Türkei setzt Prozess gegen israelische Offiziere fort

Die vier Offiziere sollen für den Tod von neun Menschen auf dem türkischen Gaza-Versorgungsschiff "Mavi Marmara" im Mai 2010 verantwortlich sein. Israel ortet einen "kafkaesken Schauprozess".

Tuerkei setzt Prozess gegen
Tuerkei setzt Prozess gegen
(c) EPA (STRINGER)

Im Prozess um den israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte vor einem türkischen Gericht haben Augenzeugen am Donnerstag über Misshandlungen durch israelische Soldaten berichtet. Zudem habe das israelische Militär persönliche Gegenstände beschlagnahmt und nicht zurückgegeben, zitierten türkische Medien aus den Zeugenaussagen. Die Verhandlung wurde in Istanbul in Abwesenheit der angeklagten israelischen Ex-Offiziere fortgesetzt, die von der Türkei für den Einsatz verantwortlich gemacht werden.

Israelische Soldaten hatten die türkische Fähre "Mavi Marmara" am 31. Mai 2010 von Kommandobooten und Hubschraubern aus erstürmt. Die Fähre sollte zusammen mit anderen Schiffen Israels Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Bei dem Einsatz wurden neun Türken getötet, von denen einer die US-Staatsbürgerschaft besaß.

Angeklagt sind der frühere israelische Generalstabschef Gaby Ashkenazi, der Ex-Chef des Militärgeheimdienstes, Amos Yadlin, der frühere Chef des Luftwaffen-Geheimdienstes, Avishay Levi, sowie Ex-Marinekommandeur Eliezer Marom.

Israel kritisiert "kafkaesken Schauprozess"

Israel hatte das Verfahren als "kafkaesken Schauprozess" kritisiert. Es habe nichts mit Recht und Gerechtigkeit zu tun, sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums. Notwendig sei ein Dialog zwischen beiden Ländern und nicht ein "politisches Marionettentheater". Zwischen der Türkei und Israel herrscht seit dem Angriff politische Eiszeit. Türkische Aktivisten erklärten, der Prozess in Istanbul solle den Druck auf Israel erhöhen.

(APA/dpa)

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