Terror am Sinai: Extremisten enthaupten Christen

Seit dem Militärputsch nehmen die Angriffe auf der ägyptischen Halbinsel zu. Die Muslimbrüder rufen indes zu einem "Millionen-Marsch" auf.

Terror Sinai Extremisten enthaupten
Terror Sinai Extremisten enthaupten
Archivbild: Ägyptischer Soldat an der Grenze zu Israel

Fünf Tage nach der Entführung eines koptischen Christen auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel ist die geköpfte Leiche des Mannes gefunden worden. Der Tote sei an Händen und Füßen gefesselt gewesen, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte am Donnerstag. "Extremistische Gruppen" hätten den Kopten am Samstag verschleppt.

Seit dem Sturz des islamistischen Staatschefs Mohammed Mursi durch das Militär vor einer Woche haben die Angriffe auf dem Sinai zugenommen. Bewaffnete islamistische Gruppen nutzen die unsichere Lage und versuchen, ihren Machtbereich im Norden der an den Gazastreifen und Israel angrenzenden Halbinsel auszudehnen.

In Kairo und anderen Städten drohen indes  neue Zusammenstöße zwischen Muslimbrüdern und Sicherheitskräften: Mursi- Anhänger des vergangene Woche gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi riefen für Freitag zu einem "Millionen-Marsch" auf.

Der Präsident war am Mittwoch der Vorwoche in einer Art angekündigtem Putsch vom Militär abgesetzt worden. Zuvor hatte die Armee dem Präsidenten nach Massendemonstrationen ein Ultimatum gesetzt, sich mit der Opposition zu einigen.

Mursi "an sicherem Ort"

Es ist noch immer unklar, wo sich Mursi aufhält. Seit seinem Sturz wird er vom Militär an einem unbekannten Ort und ohne Anklage festgehalten. Ein Sprecher des Kairoer Außenministeriums erklärte, der Ex-Präsident befinde sich “an einem sicheren Ort" und würde “in würdiger Weise“ behandelt: “Zugleich ist es für seine eigene Sicherheit und die Sicherheit des Landes besser, ihn festzuhalten".

Am Montag waren bei einem Massaker, dessen Ablauf noch immer nicht ganz geklärt ist, 54 Menschen getötet worden, hauptsächlich Anhänger der Muslimbrüder. Überlebende berichteten, die Sicherheitskräfte hätten ohne Vorwarnung das Feuer eröffnet. Die Armee gibt an, selbst zuerst unter Beschuss geraten zu sein.

Washington liefert Kampfjets

Die USA wollen derweil ungeachtet des Putsches - der in Washington freilich nicht so bezeichnet wird, an der Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen nach Ägypten festhalten. Es ist von vorerst vier Jets die Rede, die noch im August nach Ägypten verfrachtet werden sollen: "Es gibt keine Änderung an den Planungen für die Auslieferung der Maschinen", zitiert die Agentur Reuters einen hochrangigen Pentagon-Mitarbeiter. Insgesamt hat Ägypten 20 Stück der F-16-Jets bestellt, acht wurden bereits geliefert. Die USA unterstützen das ägyptische Militär pro Jahr mit 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro, ein erklecklicher Teil des Geldes fließt allerdings wieder zurück in die USA: an die dortige Rüstungsindustrie.

(APA/Reuters/DPA)

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