Afghanistan: Mehr als 70 tote Zivilisten bei Bombenangriff

76 Zivilisten sterben bei einem Bombenangriff der US-geführten Koalitionstruppen im Westen Afghanistans. Das afghanische Innenministerium spricht von einem "nicht beabsichtigten Unfall".

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REUTERS (Fabrizio Bensch)

Bei einem Bombenangriff der US-geführten Koalitionstruppen im Westen Afghanistans sind nach Angaben aus Kabul 76 Zivilisten getötet worden. Die meisten Opfer seien Frauen und Kinder, teilte das afghanische Innenministerium am Freitag mit.

Zudem seien bei dem Vorfall im Bezirk Shindand in der Provinz Herat mehrere Menschen verletzt worden und befänden sich in einem kritischen Zustand. Nach Einschätzung des Ministeriums handelte es sich um einen "nicht beabsichtigten Unfall". Eine Untersuchung sei eingeleitet worden. Die Koalitionstruppen gaben lediglich an, bei einem Einsatz in der genannten Gegend 30 Taliban-Kämpfer getötet zu haben.

Dem Kampf der Koalitionstruppen gegen die Taliban fallen in Afghanistan immer wieder Zivilisten zum Opfer. Mitte August töteten die Koalitionstruppen nach eigenen Angaben acht Zivilisten bei einem Einsatz in der zentralafghanischen Provinz Urusgan. Im Juli wurden bei zwei Luftangriffen der internationalen Truppen insgesamt 64 Zivilisten getötet, die meisten von ihnen Frauen und Kinder, die Gäste einer Hochzeitsgesellschaft waren.

(Ag.)

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