Slowakei: Gasparovic als Präsident wiedergewählt

Der slowakische Staatspräsident wurde mit 55,4 Prozent in der Stichwahl für weitere fünf Jahre gewählt. Laut Regierungschef Fico steht die Slowakei vor einer "Periode der Stabilität".

Wahlsieger Ivan Gasparovic.
Wahlsieger Ivan Gasparovic.
(c) REUTERS (Dominic Ebenbichler)

Der slowakische Staatspräsident Ivan Gasparovic ist für eine zweite fünfjährige Amtszeit wiedergewählt worden. Laut dem von der Wahlkommission am Sonntag veröffentlichten Wahlergebnis erhielt er in der entscheidenden Stichwahl am Samstag 55,43 Prozent der gültigen Stimmen. In der Hauptstadt Bratislava kam Gasparovic nur auf 35,50 Prozent der Stimmen. Insgesamt entschied der Amtsinhaber das Rennen in fünf der acht slowakischen Regionen für sich.

Der regierungsnahe Dozent für Rechtswissenschaften und Hobbyrennfahrer konnte damit seinen Vorsprung auf seine oppositionelle Herausfordererin Iveta Radicova im Vergleich zum ersten Wahlgang am 21. März überraschend stark ausbauen. Radicova erhielt 44,57 Prozent. Gasparovic ist das erste slowakische Staatsoberhaupt, das wiedergewählt wurde. Alle seine Vorgänger hatten während ihrer Amtszeit stark an Popularität verloren.

Gasparovic bedankte sich nach seinem Erfolg bei den Wählern für das Vertrauen und übte Kritik an den Medien. Gegenüber Journalisten sagte er: "Ich war überzeugt, dass die Wähler die richtige Entscheidung treffen werden, auch wenn die Journalisten alles unternommen haben, um mich im falschen Licht zu präsentieren. Ich danke den Wählern, dass sie selbstständig entschieden haben."

Radicova bittet um anständige Politik

Radicova übermittelte ihren Anhängern folgende Botschaft: "Wir haben fast eine Millionen Stimmen gewonnen. Diese Unterstützung nehme ich als Verpflichtung, als Appell, als Neuanfang. Ich gratuliere dem Sieger. Ich bitte Sie um eine anständige Politik, um eine Politik, die sich um den Alltag der Bürger sorgt."

Entscheidend für die Wahl von Gasparovic sei der Einsatz von Regierungschef Robert Fico und seiner linksgerichteten Partei Smer für den Präsidenten gewesen. "Ich verstehe, dass der Appell für die Notwendigkeit einer Harmonie zwischen den höchsten Würdenträger des Landes eine große Attraktivität für die Wähler hatte."

"Medien die eigentlichen Wahl-Verlierer"

Fico selbst sagte bei einer Pressekonferenz in Limbach, in der Wahlzentrale von Ivan Gasparovic: "Ich danke allen Wählern. Wir haben eine Periode der Stabilität vor uns. Die eigentlichen Verlierer dieser Wahl sind die Medien. Die Journalisten haben Ivan Gasparovic ständig angeschwärzt. Ich bin überzeugt, dass die Journalisten jetzt alle ihre Energie in den Kampf gegen Mikulas Dzurinda konzentrieren werden."

Gasparovic wurde von den regierenden Koalitionsparteien - der linksgerichteten Smer und der nationalistischen Slowakischen Nationalpartei (SNS) unterstützt. Radicova, Vizevorsitzende der Slowakischen Demokratischen und Christlichen Union (SDKU), war die gemeinsame Kandidatin der Mitte-Rechts-Oppositionsparteien SDKU, Partei der Ungarischen Koalition (SMK) und Christdemokratische Bewegung (KDH). Aufgrund der schlechten Umfragewerte von SDKU-Chef Dzurinda, wird erwartet, dass die Stimmen für eine Ablöse an der Parteispitze durch Radicova lauter werden dürften.

Zu der Stichwahl am Samstag waren mehr als vier Millionen Wahlberechtigte in der Slowakei aufgerufen, rund 51 Prozent von ihnen gaben ihre Stimme ab.

(Ag.)

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