NPD-Funktionär wegen Beleidigung Mannichls verurteilt

Wegen übler Nachrede muss ein führender Funktionär 600 Euro Strafe zahlen. Der NPD-Politiker hatte im Internet ein Pamphlet über den Passauer Polizeichef verbreitet.

Alois Mannichl
Alois Mannichl
(c) AP (Matthias Schrader)

Ein führender NPD-Funktionär aus Niederbayern ist am Mittwoch wegen Beleidigung des Passauer Polizeichefs Alois Mannichl zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Rechtsextremist hatte über den bei einem Mordanschlag schwer verletzten Polizeidirektor ein Pamphlet im Internet veröffentlicht. Der Mann sei wegen übler Nachrede zu insgesamt 600 Euro Strafe verurteilt worden, sagte ein Sprecher des Passauer Amtsgerichtes. Mannichl hatte den Mann angezeigt und in dem Prozess als Zeuge ausgesagt.

Der Passauer Kreisvorsitzende und niederbayerische NPD-Bezirksvorsitzende war zunächst auch wegen Volksverhetzung angeklagt. Dabei ging es um eine rassistische Darstellung auf der Internetseite der Passauer NPD. In diesem Punkt wurde der NPD-Funktionär aber freigesprochen.

Polizeichef Mannichl war im Dezember vor seinem Wohnhaus von einem bisher unbekannten Mann niedergestochen worden. Es wird nicht ausgeschlossen, dass es sich dabei um den Racheakt eines Neonazis handelte, nachdem Mannichl mehrfach gegen rechte Aufmärsche vorgegangen war.

Nach einem Polizeieinsatz beim Volkstrauertag kam es zu der Beleidigung des Polizeichefs. Der NPD-Mann hatte auf der Homepage veröffentlicht, dass Mannichl bei der Trauerfeier auf einer Grabplatte gefallener Soldaten gestanden habe und auch auf einem Gedenkgesteck "herumgetrampelt" sei. Das bestätigte aber keiner der vom Amtsgericht Passau gehörten Zeugen. Diese Verunglimpfung Mannichls gilt als ein möglicher Auslöser des nach wie vor ungeklärten Messeranschlags. Nach Angaben des Polizeichefs hatte der Täter damals gesagt: "Du trampelst nimmer auf den Gräbern unserer Kameraden herum."

(Ag.)

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