IS bekennt sich zu Machetenattacke in Belgien

Der mittlerweile identifizierte Mann hatte zwei Polizistinnen mit einer Machete angegriffen und laut Polizei "Allahu Akbar" gerufen.

Belgian police officers secure the entrance of the main police station after a machete-wielding man injured two female police officers before being shot in Charleroi
Belgian police officers secure the entrance of the main police station after a machete-wielding man injured two female police officers before being shot in Charleroi
(c) REUTERS (FRANCOIS LENOIR)

Die belgischen Sicherheitsbehörden stufen die Machetenattacke auf zwei Polizistinnen in Charleroi als Terrorakt ein. "Wir wurden von der Bundesanwaltschaft informiert, dass Ermittlungen wegen versuchten terroristischen Mordes eingeleitet wurden", sagte Premierminister Charles Michel bei einer Pressekonferenz am Sonntag.

Mittlerweile hat sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu der Attacke bekannt. Der Mann sei einer ihrer "Soldaten" gewesen, teilte die Terrormiliz über das IS-Sprachrohr Amak am Sonntag mit. Auch der Machetenangreifer wurde identifiziert. Es handle sich um einen 33 Jahre alten Algerier, der seit 2012 in Belgien lebte, teilte die Staatsanwaltschaft nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga am Sonntag mit. Er sei der Polizei wegen anderer Vergehen bekannt gewesen, aber nicht im Zusammenhang mit Terrorismus.

Angreifer wurde erschossen

Der Angriff hatte sich am Samstag vor einer Polizeihauptwache in der Stadt Charleroi im Süden Belgiens ereignet. Laut Polizei traf der Täter gegen 16.00 Uhr ein. "Er hat sofort eine Machete aus einer mitgeführten Sporttasche gezogen und heftig auf die Gesichter der beiden Polizistinnen eingestochen", sagte ein Polizeisprecher der Fernsehsender RTL-TVI. Dabei habe er "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") geschrien.

Ein dritter Beamter eröffnete das Feuer auf den Angreifer. Der Mann erlag später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen. Die beiden Polizistinnen wurden laut Staatsanwaltschaft schwer im Gesicht und am Hals verletzt. Beide waren nach Angaben der Polizei aber außer Lebensgefahr.

 

 

Terrorwarnstufe bleibt auf Stufe 3

Charleroi liegt rund 60 Kilometer südlich von Brüssel. In der belgischen Hauptstadt waren im März bei islamistischen Anschlägen am Flughafen und in einem U-Bahnhof im EU-Viertel 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden. Die IS-Miliz hatte sich auch zu diesen Attentaten bekannt.

Seit den islamistischen Anschlägen von Paris am 13. November mit 130 Toten, die wesentlich in Brüssel geplant worden waren, ist Belgien in erhöhter Alarmbereitschaft. Das nationale Krisenzentrum beließ die Terrorwarnstufe nach dem Angriff in Charleroi unverändert auf der zweithöchsten Stufe, wonach eine Bedrohung "möglich und wahrscheinlich" ist. Trotz der Gefährdungslage sei es wichtig, "einen kühlen Kopf zu bewahren", sagte Regierungschef Charles Michel.

In der Vergangenheit haben islamistische Terroristen von Belgien aus auch in Frankreich zugeschlagen. Einer der Attentäter der Anschlagsserie in Paris vom Jänner 2015, unter anderem auf das Magazin "Charlie Hebdo", hatte Verbindungen nach Charleroi. Auch der getötete mutmaßliche Drahtzieher der Pariser Attentate vom November 2015 mit 130 Todesopfern kam aus Belgien. Im März sprengten sich drei Selbstmordattentäter auf dem Flughafen von Brüssel und in einer Metrostation in die Luft und rissen mehr als 30 Menschen in den Tod.

(APA/dpa)

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