Chinas Medien warnen USA vor "verheerender Konfrontation"

Peking-treue Medien rügen die Rhetorik des künftigen US-Außenministers Tillerson. China werde seine Ansprüche im Südchinesischen Meer militärisch verteidigen.

Ein chinesischer Flugzeugträger im Südchinesischen Meer.
Ein chinesischer Flugzeugträger im Südchinesischen Meer.
Ein chinesischer Flugzeugträger im Südchinesischen Meer. – REUTERS

Die vom designierten US-Außenminister Rex Tillerson angekündigte härtere Gangart gegenüber China hat erboste Reaktionen der chinesischen Staatsmedien hervorgerufen. Sollte Tillerson seine Ankündigungen in Taten umsetzen, steuere er auf eine "verheerende Konfrontation zwischen China und den USA" zu, schrieb die Staatszeitung "China Daily" am Freitag.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte sich wiederholt sehr kritisch über China geäußert. Der von Trump für den Posten des Außenministers nominierte Tillerson hatte während einer Senatsanhörung am Mittwoch gegen China im Territorialstreit im Südchinesischen Meer Partei ergriffen. Peking eigne sich Gebiete an, die China "nicht rechtmäßig" gehörten, sagte der langjährige Chef des Ölkonzerns ExxonMobil.

Die englischsprachige Zeitung bezeichnete die Bemerkungen des 64-Jährigen als "Mischung aus Naivität, Kurzsichtigkeit, abgenutzten Vorurteilen und unrealistischen politischen Fantasien". Seine angekündigten Reaktionen basierten nicht auf der Realität, sondern auf Selbstgerechtigkeit und seinen Hoffnungnungen. China betrachtet die umstrittenen Inseln im Südchinesischen Meer aus historischen Gründen als chinesisches Territorium und versucht, seine Ansprüche durch Landaufschüttungen und militärische Aktivitäten zu bekräftigen.

Warnung vor nuklearer Auseinandersetzung

Die als nationalistisch geltende "Global Times" warnte in ihrem Leitartikel vor einer nuklearen Auseinandersetzung beider Supermächte. Tillerson solle besser seine "Atommacht-Strategien überprüfen, wenn er eine große Atommacht zum Abzug von ihrem Territorium zwingen will", hieß es im Leitartikel. Die Zeitung genießt den Ruf, einen guten Einblick in die Weltsicht konservativer chinesischer Regierungsmitglieder haben. "Solange Washington keinen groß angelegten Krieg im Südchinesischen Meer plant, sind alle anderen Ansätze, China von seinem Territorium fernzuhalten, schwachsinnig."

Beide Zeitungen räumten ein, dass es noch zu früh sei, die tatsächliche China-Politik der Trump-Regierung einzuschätzen. "Es bleibt abzuwarten, inwiefern seine Sicht auf China in der US-Außenpolitik umgesetzt wird", schrieb "China Daily" über Tillerson. Die Regierung in Peking hatte bisher zurückhaltend reagiert und sich lediglich eine US-Einmischung in den Territorialstreit im Südchinesischen Meer verbeten. Sie pocht auf bilaterale Lösungen mit den Anrainerstaaten.

Tillerson hatte sowohl die Aufschüttung künstlicher Inseln als auch die Ausrufung einer Luftverteidigungszone über einer von Japan beanspruchten Inselgruppe als "illegal" bezeichnet. Zudem sei China im Streit um Nordkoreas Atomprogramm kein "verlässlicher Partner". Trump hatte seinerseits eine Erhöhung von Importzöllen auf chinesische Produkte angekündigt und angedeutet, die jahrzehntealte Ein-China-Politik, nach der Taiwan nicht als eigenständiger Staat anerkannt wird, zu beenden.

>>> Kommentar in "China Daily".

>>> Kommentar in "Global Times".

(APA/AFP)

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