Türkei erlässt Reisewarnung für die USA

Ankara reagiert auf Reisehinweise des US-Außenministeriums. In den USA bestehe die Gefahr "willkürlicher Verhaftungen" für Türken.

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Die USA warnen vor Reisen in das türkisch-syrische Grenzgebiet. – REUTERS/Murad Sezer

Die Türkei hat als Reaktion auf die Einstufung als riskantes Reiseland durch das US-Außenministerium eine Reisewarnung für die USA erlassen. Das türkische Außenministerium verwies am Freitag auf die Gefahr durch Terroranschläge und durch "willkürliche Verhaftungen" von Türken in den USA, die auch Staatsbeamte auf Dienstreisen treffen könnten.

Das türkische Außenministerium reagierte damit auf ein neues System von US-Reisehinweisen, in denen die Türkei - ebenso wie etwa Pakistan - in die zweithöchste Gefahrenstufe eingeordnet wird. In dem US-Hinweis wird dazu aufgerufen, Reisen in die Türkei "wegen Terrorismus und willkürlichen Festnahmen" zu überdenken.

Das US-Außenministerium riet insbesondere von Reisen in das türkisch-syrische Grenzgebiet und in den Südosten der Türkei ab, wo sich die Sicherheitskräfte regelmäßig Gefechte mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) liefern. Die Warnung erfolgte, nachdem die türkischen Behörden zwei einheimische Mitarbeiter von US-Konsulaten festgenommen hatten. Daraufhin stellten die Vertretungen der USA in der Türkei die Ausgabe von Visa ein. Das türkische Außenministerium hatte daraufhin in einer fast wortgleichen Erklärung mitgeteilt, die Visa-Vergabe bei türkischen Vertretungen werde ebenfalls gestoppt.

Urteil belastet Beziehungen

Erst Ende Dezember konnte die Visa-Krise beigelegt werden, nachdem die USA nach eigenen Angaben rechtliche Zusicherungen erhalten hatten. Ankara dementierte aber, Zusicherungen gemacht zu haben. Generell sind die Beziehungen zwischen den NATO-Bündnispartnern USA und Türkei angespannt.

Nach der US-Reisewarnung wurde am Donnerstag der US-Geschäftsträger ins Außenministerium in Ankara zitiert. Die Regierung wolle damit gegen die US-Militärhilfe in Nordsyrien für die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) protestieren, die Ankara als PKK-Ableger betrachtet, hieß es.

Die Beziehungen belastet auch ein Urteil eines New Yorker Gerichts, das den türkischen Banker Mehmet Hakan Atilla Anfang Jänner der Verletzung der US-Sanktionen gegen den Iran für schuldig befunden hatte. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte das Urteil gegen den Halkbank-Vize als Teil einer "Verschwörung" gegen die Türkei. In dem Prozess waren Erdogan und ein früherer Minister persönlich belastet worden.

In der höchsten Gefahrenstufe vier im neuen US-Hinweissystem sind nach einem CNN-Bericht elf Länder, darunter zum Beispiel Afghanistan, der Iran, der Irak, Syrien und der Jemen. Bei diesen Ländern wird von Reisen abgeraten.

(APA/dpa/AFP)

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