Briten lassen Identitären-Chef Sellner erneut nicht ins Land

Schon vor einem Monat war Martin Sellner am Flughafen in London die Einreise verweigert worden. Auch dieses Mal fürchteten die Behörden "Hass-Verbreitung" des rechtsextremen Aktivisten.

Die britischen "Identitären" sahen schon im März die Meinungsfreiheit gefährdet und nutzen das Einreiseverbot Sellners für eine Inszenierung als Opfer.
Die britischen "Identitären" sahen schon im März die Meinungsfreiheit gefährdet und nutzen das Einreiseverbot Sellners für eine Inszenierung als Opfer.
Die britischen "Identitären" sahen schon im März die Meinungsfreiheit gefährdet und nutzen das Einreiseverbot Sellners für eine Inszenierung als Opfer. – imago/ZUMA Press

Zwei rechtsextreme Aktivisten ist laut britischen Medienberichten am vergangenen Freitag die Einreise nach Großbritannien verweigert worden: Martin Sellner, der Sprecher der "Identitären Bewegung" in Österreich und Abel Bodi, einem ungarischen Aktivisten derselben rechtsextremen Bewegung. Die beiden hätten eine Identitären-Konferenz in der Nähe von Londen besuchen wollen, berichtet der "Independent".

Doch die Reise der beiden endete bereits am Flughafen in London-Standsted. Die britischen Behörden argumentierten dem Bericht zufolge damit, dass sie Personen die Einreise verweigern könnten, die eine Gefahr für die grundlegenden Interessen der Gesellschaft oder die öffentliche Sicherheit darstellen - trotz des Europäischen Wirtschaftsraums. "Wenn es der Zweck des Besuches dieses Landes von jemandem ist, Hass zu verbreiten, kann und wird das Ministerium ihre Einreise nach Großbritannien stoppen."

Die britischen "Identitären" verurteilten das Einreiseverbot. Es sei "lächerlich", dass bei einer privaten Veranstaltung eine größere Störung auftreten könne. Sellner selbst kündigte Klage gegen die britischen Behörden an. Mittlerweile ist er zurück in Wien und bedankte sich auf Twitter bei den britischen Identitären, die sich gegen den "Totalitarismus der Diversität" stellen würden, für die Unterstützung.

Die Veranstaltung der "Identitären Bewegung" in Sevenoaks am Wochenende sei chaotisch verlaufen, da sich eine Gegendemo formierte und der Veranstaltungsort die Veranstaltung kurzfristig absagte, berichteten Gegendemonstranten von "Hope not Hate" dem "Independent": "Und die Identitäre Bewegung versucht sich als Opfer in all dem zu inszenieren".

Festnahme erst vor einem Monat

Für Sellner sind Probleme auf Londoner Flughäfen keine Seltenheit. Erst vor einem Monat ist er in Luton an der Einreise gehindert worden. Er sei "festgehalten" worden. Der rechte Aktivist habe am Speaker's Corner in London sprechen wollen - zum Thema "Meinungsfreiheit". Nach Ansicht der britischen Behörden bestehe der Verdacht, dass Sellner dort zum "Rassenhass aufstacheln" wolle, wie die Plattform "Die Tagesstimme", die der Identitären Bewegung nahesteht, berichtete.

Sellner musste laut "Tagesstimme" in einem "Anhaltezentrum" übernachten, ehe er am nächsten Tag den Rückflug antreten konnte. Der Co-Leiter des Österreich-Ablegers der "Identitären" reagierte damals empört auf seine Festsetzung: "Dass das Vereinigte Königreich den Einwanderern seine Grenzen öffnet, aber gleichzeitig kritische Meinungen aussperren will, hilft nur dem Wachstum der schweigenden Mehrheit, die mit dieser Politik der Regierung nicht übereinstimmt", sagte er laut "Tagesstimme".

Vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) werden die "Identitären" als rechtsextrem eingestuft. Im vergangenen Jahr sorgte die Gruppierung mit einer flüchtlingsfeindlichen Aktion im Mittelmeer, die über mehrere Monate lief und während derer einige der Aktivisten kurzzeitig festgenommen wurden, für Wirbel und heftige Kritik. Sellner zählte zu den Mitorganisatoren und befand sich auch an Bord des angemieteten Bootes "C-Star".

>>> Zum Artikel im "Independent"

(Red./APA)

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