IS-Angriff auf Innenministerium in Kabul

Extremisten versuchten, das afghanische Innenministerium im Zentrum von Kabul zu stürmen. Sicherheitskräfte konnten inzwischen alle Angreifer töten. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte sich zu der Tat.

Afghan policemen stand guard amid an attack and gunfire in Kabul
Afghan policemen stand guard amid an attack and gunfire in Kabul
REUTERS

Bei einem Angriff von Extremisten auf das Innenministerium in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind alle zehn Angreifer und ein Polizist getötet worden. Ein Sprecher des Innenministeriums, Najib Danish, sagte am Mittwochnachmittag (Ortszeit), die Lage sei nun unter Kontrolle. In dem Ministerium arbeiten Hunderte Menschen, Ministeriumsmitarbeiter kamen angeblich nicht zu Schaden. 

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat sich zu einem Angriff bekannt. Das geht aus einer am Mittwochnachmittag veröffentlichten Botschaft über das Sprachrohr des IS, Amaq, hervor. Die Nachricht enthält keine weiteren Details.

Am Mittwoch zur Mittagszeit (Ortszeit) versuchten die Angreifer, das Tor zu stürmen. Danish wies Berichte zurück, wonach es die Attentäter auf das Gelände geschafft hätten. Die Gefechte hätten sich allein an einem Tor abgespielt, erklärte der Ministeriums-Sprecher. Ein Expertenteam sei derzeit noch dabei, die Sprengstoffwesten zu entschärfen. Örtliche Medien berichteten zuvor von Explosionen und anhaltenden Schusswechseln. Wer hinter der Attacke auf das Innenministerium steckt, blieb zunächst unklar.

Auch Flugverkehr vorübergehend unterbrochen

Der Angriff im Stadtzentrum nahe des internationalen Flughafens dauerte knapp zwei Stunden. Nach offiziellen Angaben hatten sich zunächst drei der Angreifer in die Luft gesprengt. Die anderen seien später erschossen worden. Außerdem seien mehrere Polizisten verletzt worden. Mitarbeiter kamen demnach nicht zu Schaden.

Der Sprecher der für den nahegelegenen Flughafen zuständigen Grenzpolizei, Mohammed Ajmal Faisi, sagte, dass der Flugbetrieb während des Angriffs unterbrochen gewesen sei. Sicherheitskräfte hatten Medienberichten zufolge in der Nacht nahe dem Flughafen Waffen sichergestellt. Sie hatten deshalb einen bevorstehenden Angriff auf den Flughafen vermutet.

Bereits zehnter schwerer Anschlag dieses Jahr

Es war der zehnte schwere Anschlag in Kabul in diesem Jahr mit nun insgesamt knapp 300 Toten und knapp 500 Verletzten. Sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Terrormiliz IS hatten sich zu den Angriffen bekannt. IS-Angaben zufolge gingen drei auf das Konto der radikalislamischen Taliban und sieben auf das des IS.

Bei Angriffen der Taliban im südafghanischen Kandahar und im ostafghanischen Logar waren bereits am Mittwochmorgen mindestens zehn Sicherheitskräfte und Zivilisten ums Leben gekommen.

 

 

(APA)

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