Zeuge: Moscheewärter entriss einem Angreifer die Waffe

Ein junger Mann stürzte sich in einer der überfallenen Moscheen in Christchurch auf den Mörder und entwaffnete ihn, konnte aber mit der Waffe nicht umgehen.

Der Zeuge Sayed Mazharuddin
Der Zeuge Sayed Mazharuddin
Der Zeuge Sayed Mazharuddin – Focus/NZ Herald

Von dem grauenhaften Überfall auf zwei Moscheen in Christchurch werden weitere ungewöhnliche Details bekannt: So soll Zeugen zufolge jener Attentäter, der die Moschee im Stadtteil Linwood angriff, von einem jungen Wächter bzw. Hausmeister überrascht worden sein, dem es gelang, dessen Waffe zu entwenden. Da hatte der Mörder allerdings schon im Gotteshaus gewütet.

Ein Zeuge namens Sayed Mazharuddin, der in der Nähe des Eingangs betete, berichtet im Gespräch mit Journalisten, dass etwa 60 bis 70 Leute im Haus gewesen seien, als Schüsse fielen. Die Person, die schweren Körperpanzer und Helm trug, habe zunächst auf eine Gruppe alter Menschen nahe des Eingangs gefeuert. "Eine Frau dort sah ihn und schrie ,Hilfe! Hilfe!´,und er schoss ihr aus nächster Nähe mitten ins Gesicht."

Freunde um ihn herum seien getroffen zu Boden gefallen, da habe sich dem Angreifer von der Seite ein junger Mann genähert. "Es ist der Typ, der normalerweise auf die Moschee schaut, den Leuten beim Parken hilft und so weiter. Er sah eine Chance, stürzte sich auf den Schützen und entriß ihm die Waffe. Darauf hat der seine restlichen Waffen fallen lassen und ist weggerannt", so Mazharuddin.

Die Moschee in Linwood
Die Moschee in Linwood
Die Moschee in Linwood – NZ Herald

Der mutige Bursche wollte dem Fliehenden nachsetzen und offenbar auf ihn schießen, so der Zeuge, doch habe er es offensichtlich nicht geschafft, den Abzug zu finden, jedenfalls mit der Waffe, deren Typ im Interview nicht genannt wurde, umzugehen. "Draußen warteten dann Leute in einem Auto auf ihn, und so floh er."

In der Linwood-Moschee wurden sieben Menschen erschossen, eine weitere Person starb auf dem Weg ins Krankenhaus. 41 Menschen starben in der Al-Noor-Moschee, darunter mindestens ein Kriegsflüchtling aus Syrien. Dort wurde ein Betender, der ebenfalls auf einen Angreifer losging, erschossen. Zuletzt waren drei Verdächtige in Haft.

(WG)

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