Nach Hinrichtung: Den Haag für neue Iran-Sanktionen

Teheran hofft, dass die Hinrichtung der Niederländerin Zahra Bahrami wegen der Revolte in Ägypten unbemerkt bleibe. Die Spannung zwischen den Ländern verschärft sich. Diplomatische Beziehungen liegen auf Eis.

(c) EPA (ABEDIN TAHERKENAREH)

Den Haag/Htz. Die diplomatischen Spannungen zwischen den Niederlanden und dem Iran verschärfen sich nach der Hinrichtung von Zahra Bahrami zusehend. Der niederländische Außenminister Uri Rosenthal nannte die Exekution der Niederländerin am vergangenen Samstag eine „barbarische Tat“ und will die EU zu weiteren diplomatischen und wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran bewegen. Schon am Sonntag legte Den Haag die diplomatischen Beziehungen zu Teheran auf Eis.

 

Exekution wegen Regimekritik?

Bahrami wurde erhängt, weil sie angeblich mit Drogen gehandelt haben soll: In ihrer Wohnung in einem Teheraner Vorort wurden 450 Gramm Kokain und 420 Gramm Opium gefunden. Der wahre Grund für die Hinrichtung scheint jedoch ein anderer zu sein: Die Exil-Iranerin war 2009 in den Iran gereist und nahm an zahlreichen Protesten gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad teil. Wenig später wurde sie verhaftet und im Jänner 2010 von einem Scharia-Gericht zum Tode verurteilt. Iran-Kenner vermuten, dass die Regierung in Teheran derzeit in hohem Tempo mit Regimegegnern abrechnet, weil die Augen der Weltöffentlichkeit auf die Revolte in Ägypten gerichtet sind.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2011)

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