Europäische Arbeitsbehörde ab 2019

EU-Kommission will Sozialstandards sichern.

EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen betonte am gestrigen Dienstag in Straßburg, damit sollen faire und wirksame Regeln gestärkt werden.
EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen betonte am gestrigen Dienstag in Straßburg, damit sollen faire und wirksame Regeln gestärkt werden.
EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen betonte am gestrigen Dienstag in Straßburg, damit sollen faire und wirksame Regeln gestärkt werden. – (c) APA/AFP/ARIS OIKONOMOU

Straßburg. Die EU-Kommission will ab 2019 eine „Europäische Arbeitsbehörde“ gründen. Diese eigene EU-Agentur soll die Überwachung und Kontrolle von Mindestlohn und Sozialstandards bei der Aufnahme einer Arbeit in einem anderen Land der Union sicherstellen. EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen betonte am gestrigen Dienstag in Straßburg, damit sollen faire und wirksame Regeln gestärkt werden.

Die Zahl der Europäer, die in einem anderen EU-Land leben und/oder arbeiten, hat sich nach Kommissionsangaben in den vergangenen zehn Jahren auf 17 Millionen verdoppelt. Die geplante Agentur soll einerseits dafür sorgen, dass die Mobilität der Arbeitskräfte nicht behindert wird, und andererseits eine „faire Arbeitsmobilität“ sicherstellen, wie es gestern hieß.

 

Beraten und informieren

Zunächst werde die Behörde Informationen über Jobs, Ausbildungsmöglichkeiten, Arbeitsvermittlung und Lehrstellen zur Verfügung stellen, ebenso über die Rechte und Pflichten im anderen EU-Land, erläuterte Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis. Zweitens werde die EU-Arbeitsagentur die Zusammenarbeit zwischen nationalen Behörden bei grenzüberschreitenden Angelegenheiten unterstützen und sicherstellen, dass EU-Regeln geschützt werden. Damit sollen Betrugsmöglichkeiten und Missbrauch verhindert werden.

Drittens könne die Arbeitsbehörde auch Vermittlung anbieten und Lösungen bei grenzüberschreitenden Auseinandersetzungen erleichtern, beispielsweise wenn von einer Restrukturierung eines Unternehmens mehrere EU-Staaten betroffen sind. Sanktionsmöglichkeiten für Mitgliedsstaaten, die bei der Arbeitsmobilität die EU-Regeln nicht einhalten, sind nicht vorgesehen. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.03.2018)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Europäische Arbeitsbehörde ab 2019

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.