Juncker bringt Merkel für EU-Amt ins Spiel

Die deutsche Kanzlerin wäre hochqualifiziert, meint der EU-Kommissionschef. Er bezeichnet sie als „liebenswertes Gesamtkunstwerk".

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. – APA/EPA/OLIVIER HOSLET

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hält es für denkbar, dass Angela Merkel nach ihrer Zeit als deutsche Kanzlerin eine Rolle auf europäischer Ebene übernimmt. "Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Angela Merkel in der Versenkung verschwindet", sagte Juncker der Funke Mediengruppe (Samstag). "Sie ist nicht nur eine Respektsperson, sondern ein liebenswertes Gesamtkunstwerk."

Mit Blick auf ein mögliches EU-Amt fügte er hinzu: "Hochqualifiziert wäre sie." Allerdings ende die Wahlperiode in Deutschland erst 2021.

Über einen Wechsel Merkels nach Brüssel wird immer wieder spekuliert. Allerdings hat die Kanzlerin gesagt, sie strebe keine anderen politischen Ämter mehr an. Nach der Europawahl Ende Mai wird Junckers Posten an der Spitze der EU-Kommission neu besetzt, ebenso wie das Amt von Ratschef Donald Tusk. Juncker pochte darauf, dass die stärkste Partei nach der Europawahl den Kommissionspräsidenten stellt oder zumindest vorschlagen darf. "Ich bin ein großer Anhänger dieses Spitzenkandidaten-Modells", sagte er.

Junckers Amtszeit endet am 31. Oktober

Der luxemburgische Christdemokrat hatte sich gegen eine zweite Amtszeit entschieden. Sein Mandat endet am 31. Oktober. Auf die Frage, was er über sich in den Geschichtsbüchern lesen wolle, antwortete er: "Er hat sich redlich bemüht." Und er fügte hinzu: "Schön wäre vielleicht noch der Zusatz: Er hat einige Dinge in Ordnung gebracht." Zu seinen Plänen sagte er, er werde sich "schriftlich äußern - zu dem, was war, und zu dem, was aktuell passiert". Spekulationen über einen schlechten Gesundheitszustand wies er erneut zurück.

(APA/dpa)

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