Zehntausende demonstrieren am Sonntag für ein offenes Europa

Der Aktionstag „Ein Europa für alle“ findet in mehreren europäischen Ländern statt. In Österreich wird es in Wien, Steyr und Feldkirch Kundgebungen gegen Nationalismus und Abschottung geben.

"Die Zukunft ist Europa" prangt an einer Mauer in Brüssel.
"Die Zukunft ist Europa" prangt an einer Mauer in Brüssel.

Es ist eine grenzüberschreitende Aktion, die europaweit aufrütteln soll: Eine Woche vor der Europawahl wollen am Sonntag Zehntausende Menschen in mehreren Ländern der EU ein Zeichen gegen Nationalismus setzen. Am Aktionstag "Ein Europa für alle" beteiligt sich auch die Plattform "Aufstehn.at", die laut Polizei 5.000 bis 10.000 Teilnehmer für eine Demonstration in Wien erwartet.

„Noch nie war diese Wahl so wichtig: In vielen Staaten schüren nationalistische Parteien und autoritäre Politikerinnen Hass, jetzt wollen sie auch auf EU-Ebene ihre Macht ausbauen", hieß es in einem auf Facebook veröffentlichten Demonstrationsaufruf der Plattform, die unter anderem von SOS Mitmensch, der Volkshilfe Österreich, der Österreichischen Hochschüler_innenschaft, Reporter ohne Grenzen und den Umweltorganisationen Global 2000 und Greenpeace getragen wird.

In Wien wollen sich am Sonntag um 14.00 Uhr Tausende Menschen am Christian-Broda-Platz in Wien-Mariahilf versammeln, um 15.00 Uhr soll dann der Zug über die Mariahilferstraße zum Heldenplatz beginnen, wo die Abschlusskundgebung (bis 22.00 Uhr) stattfinden soll. Der Autofahrerklub ARBÖ rechnete mit längeren Verkehrssperren. Auch in Feldkirch (18.00 Uhr) und Steyr (10.00 Uhr) waren in Österreich Kundgebungen geplant.

Demonstrationen in Deutschland, Schweden, Rumänien

In Deutschland sollte in Berlin, Frankfurt am Main, Leipzig, München, Stuttgart, Köln und Hamburg demonstriert werden. Auch in Bukarest, Malmö und Utrecht sollten Demonstrationen unter demselben Motto stattfinden.

Zu "Ein Europa für alle" gehören mehr als 250 Initiativen - unter ihnen die Seebrücke-Bewegung, die sich für die Flüchtlingsrettung im Mittelmeer einsetzt. Laura Kettel von der Initiative erklärte am Mittwoch, es gehe um ein Europa, "das tatsächlich offen für alle ist und in dem alle die gleichen Rechte haben". In Deutschland unterstützen SPD, Grüne, Linke und Piratenpartei die Forderungen von "Ein Europa für alle".

Bei der Europawahl vom 23. bis 26. Mai werden rechtspopulistischen und europafeindlichen Parteien starke Zugewinne vorausgesagt. Unter Führung des italienischen Vizepremiers Matteo Salvini zimmern die derzeit auf drei Fraktionen aufgeteilten Parteien an einer gemeinsamen Allianz, mit der etwa auch der rechtskonservative ungarische Ministerpräsident Viktor Orban liebäugelt. Beobachter schließen nicht aus, dass dieses Lager die größte Kraft in der künftigen EU-Volksvertretung werden könnte. Zu einer Großkundgebung der Allianz am Samstag in Mailand erwartet Salvini 100.000 Teilnehmer, angesagt hat sich auch FPÖ-EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky.

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