Rumänien zieht Erotik-Kunst aus EU-Parlament zurück

Erotische Plastiken hätten der rumänische Beitrag zu einer Ausstellung in Straßburg werden sollen. Aus Sorge um den angestrebten Schengen-Beitritt hat Rumänien jetzt einen Rückzieher gemacht.

** FILE ** Outside view of European Parliament building in Strasbourg, taken on Tuesday, October 10,
** FILE ** Outside view of European Parliament building in Strasbourg, taken on Tuesday, October 10,
(c) AP (Andreas Pechar)

Aus Prüderie und Angst vor negativen politischen Auswirkungen hat Rumänien Plastiken mit erotischen Aussagen aus einer Ausstellung im Straßburger Europaparlament zurückgezogen. Kurz vor der Vernissage sagte der Ausstellungsinitiator, der rumänische Europaabgeordnete Cristian Busoi, die Objekte könnten den von Rumänien angestrebten Beitritt zur grenzkontrollfreien Schengen-Zone "negativ beeinflussen", so dass die Exponate zurückgezogen würden, berichtete der rumänische Sender Realitatea TV.

Zwar ist die sexuelle Botschaft der abstrakten Plastiken des rumänischen Künstlers Ovidiu Vuia nicht für jeden Betrachter auf den ersten Blick erkennbar. Daher hatte der Parlamentarier - Mitglied der in Rumänien auf der Oppositionsbank sitzenden Nationalliberalen Partei (PNL) - der Ausstellung auch zunächst zugestimmt. Erst nachdem der Künstler dem Politiker erklärt habe, dass verschiedene Formen in seinen Werken "intime Details des weiblichen Körpers" symbolisierten, habe der Parlamentarier begonnen, sich Sorgen wegen des "Schamgefühls" seiner EU-Kollegen zu machen. Künstler Vuia erklärte nun, diese "Zensurmaßnahme" schadeten dem Image Rumäniens mehr als seine Kunstwerke.

Der Schengen-Beitritt Rumäniens, der ursprünglich im März dieses Jahres geplant war, gilt als für unbestimmte Zeit verschoben. Grund sind Sorgen von Deutschland, Frankreich und anderen EU-Staaten, dass das osteuropäische Land seine Probleme mit Korruption und organisiertem Verbrechen nicht in den Griff bekommen habe.

(Ag.)

Kommentar zu Artikel:

Rumänien zieht Erotik-Kunst aus EU-Parlament zurück

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen