Italien verbietet Kreuzfahrtschiffe in Venedig

Kreuzfahrtschiffe dürfen demnach ab November 2014 nicht mehr vor dem Markusplatz vorbeifahren. Die von den Schiffen verursachten Wellen gefährden die antiken Palazzi Venedigs.

Venedig
Venedig
ORF-Weltjournal aus dem Jahr 2007 - 'Venedig: Der Druck der Giganten'. – (c) ORF (-)

Italien verbietet den Kreuzfahrtschiffsverkehr in Venedig ab November 2014. Einen entsprechenden Beschluss fasste die italienische Regierung unter Enrico Letta nach einem Treffen mit dem Venediger Bürgermeister Giorgio Orsoni am Dienstag. Kreuzfahrtschiffe werden ab Herbst nächsten Jahres nicht mehr vor dem Markusplatz vorbeifahren. Ab dem 1. Jänner 2014 soll bereits die Zahl der Liner, die San Marco passieren, um 20 Prozent gegenüber 2012 reduziert werden. Dies betrifft Kreuzfahrtschiffe von mehr als 40.000 Tonnen.

Ab Neujahr dürfen außerdem Fähren nicht mehr den Giudecca-Kanal benutzen. Damit will man die Zahl der Schiffe um 25 Prozent reduziert, die vor dem Markusplatz vorbeiziehen. Die umweltschädlichen Emissionen sollen um 50 Prozent reduziert werden, hieß es in einer Presseaussendung der Regierung.

1,6 Millionen Kreuzfahrtpassagiere besuchen jährlich die Lagunenstadt. Seit 1997 stieg die Zahl um 440 Prozent. Damit rückte Venedig vom zehnten auf den vierten Platz im europäischen Ranking der größten Terminals für Kreuzfahrtschiffe vor. Doch dies ist mit hohen Umweltkosten verbunden. Das Komitee "No Grandi navi" klagt auch über die Wellen, welche die Schiffe verursachen und damit die antiken Palazzi Venedigs gefährden. Der Kreuzfahrttourismus beschere der Stadt außerdem geringe Einnahmen, da die Reisenden nicht in der Stadt übernachten, sondern nur wenige Stunden in Venedig verbringen.

(APA)

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