Südafrika: Massenküssen gegen das Kussverbot

Seit Dezember ist für Südafrikas Unter-16-Jährige Schmusen und Küssen generell verboten. Jugendliche protestieren nun mit Massen-Küss-Veranstaltungen.

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(c) AP
Seit Ende des vergangenen Jahres gilt in Südafrika ein verschärftes Sexualstrafrecht. Dieses verbietet Unter-16-Jährigen sogar dann das Schmusen und Küssen, wenn beide es wollen. Deshalb haben Jugendliche den Jänner zum inoffiziellen "Nationalen Kuss-Monat" erklärt. Landesweit sollen Massenveranstaltungen organisiert werden, auf denen schmusende Teenager gegen das neue Gesetz protestieren.

Schmusen am Eislaufplatz


Ihren Anfang nahm die Aktion im Internet. Die vor drei Wochen gegründete Facebook-Gruppe "Everyone against the new kissing law" (Jeder gegen das neue Kuss-Gesetz) zählt heute bereits über 17.000 Mitglieder. Der erste der geplanten Kuss-Proteste fand auf einem Eislaufplatz in Johannesburg statt, wo sich dutzende Teenager-Paare versammelten, um dem Verbot zu trotzen. Wohl aufgrund des großen Medieninteresses verzichteten die Behörden auf eine Strafandrohung.

Der "Sexual Offences Act", wie das rundum erneuerte Gesetz heißt, richtet sich gegen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen und soll vor allem helfen, die zahlreichen Teenager-Schwangerschaften zu reduzieren. Während viele der neuen Regelungen durchaus Anklang finden, wird das Kuss-Verbot von mehreren Organisationen heftig kritisiert - Schwangerschaften ließen sich so jedenfalls nicht verhindern. (Red.)
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