Wenn die Queen stirbt heißt es: "London Bridge is down"

Alles ist laut "Guardian" für den Tod der britischen Langzeit-Königin vorbereitet.

Queen Elizabeth II.
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Queen Elizabeth II.

Die meisten Briten haben nie eine Zeit erlebt, in der Elizabeth II. nicht Königin war. Sollte sie sterben, wäre die Trauer immens. Jetzt sind Details für den Fall der Fälle bekannt geworden.

"London Bridge is down." Sollten diese vier Wörter einmal dem Premierminister oder der Premierministerin zugetragen werden, so will es der "Guardian" wissen, dann geht in Großbritannien eine Epoche zu Ende. Dieser Satz soll - zumindest bisher - der Geheimcode sein, falls Königin Elizabeth II. (90) sterben sollte. Das schreibt die britische Zeitung mit viel Insiderwissen. Offizielles ist dazu nicht bekannt: Der Buckingham-Palast gibt zu dem Bericht keinen Kommentar ab.

"Mein ganzes Leben, sollte es kurz oder lang werden", versprach die spätere Königin Elizabeth II. an ihrem 21. Geburtstag, wolle sie ihren Untertanen widmen. Inzwischen ist sie 65 Jahre auf dem Thron.

Scherzhaft wird sie als einzige Prinzessin bezeichnet, die einen Baum bestieg und als Königin hinunterkam. Denn die Nachricht vom Tod ihres Vaters, George VI., erreichte Elizabeth und ihren Mann Philip mit Verzögerung 1952 auf einer Kenia-Reise in einem Baumhaushotel. Der Geheimcode für Georges Tod soll "Hyde Park Corner" gewesen sein.

Zwölf Tage lang offizielle Trauer

Schon seit mehr als 50 Jahren wird dem "Guardian" zufolge geplant, was wer wann im Todesfall der Queen zu tun hat. Seit etwa 20 Jahren werde daran bis ins letzte Detail gefeilt. Inzwischen treffen sich die Beteiligten, darunter Regierungsvertreter und Armee, schon zwei- bis dreimal im Jahr, wie es in dem ausführlichen Bericht heißt.

Seine Quellen nennt der "Guardian" zwar nicht namentlich, er will aber schon viele Details wissen: Wie werden die Commonwealth-Länder über den Tod der Queen informiert, welche Kleidung trägt der Diener, der die Nachricht an den Toren des Buckingham-Palastes anbringen muss? Wie kommt der Leichnam der Königin nach London, falls sie woanders stirbt? Alles geklärt - wie die Zeitung schreibt: Zwölf Tage lang soll die offizielle Trauer dauern. Klamauk und Satire des Senders BBC seien dann unerwünscht.

Das Volk könne sich in der Westminster Hall von der Königin verabschieden, wo der Leichnam aufgebahrt sein werde. Der Palast rechne mit einer halben Million Menschen, die geduldig eine mehrere Kilometer lange Schlange bilden. Die wohl größte Beerdigung der Welt soll dann in der Westminster Abbey stattfinden. Etwa 2.000 Gäste werden dem Bericht zufolge erwartet, darunter viele Politiker.

Nicht planbar ist die Schockstarre, in die das Land im Todesfall fallen dürfte. Denn die Briten lieben ihre Königin über alles. Sie führt das Land seit Jahrzehnten wie ein Fels in der Brandung durch alle Höhen und Tiefen und gibt vielen auch in den Brexit-Wirren Halt. Nur einmal fiel sie in Ungnade beim Volk, als sie beim Unfalltod ihrer Ex-Schwiegertochter Diana zunächst einfach schwieg.

Und wie geht es derzeit der Königin? Sie ist rüstig und bewältigt - stets in auffälligen Farben gekleidet und mit Handtasche am Arm - winkend und lächelnd noch immer ein ziemlich strammes Programm. Dabei wird sie oft von ihrem 95-jährigen Philip begleitet, den sie selbst als ihren großen Halt bezeichnet. Als das Paar am vergangenen Weihnachtsfest schwer erkältet war, sorgte sich das ganze Land.

Etwas kürzertreten will die Königin aber schon und hatte zum Jahreswechsel einige Ehrenämter abgegeben - von mehreren Hundert. Nummer eins in der Thronfolge ist Prinz Charles. Auch seine Krönung ist längst bis ins letzte Detail vorbereitet. Er ist inzwischen 68 Jahre alt und geduldet sich schon lange.

Viele vermuten, dass es dem Menschenrechtler, Biobauern und Klimaschützer nicht so einfach wie seiner Mutter fallen wird, als Staatsoberhaupt mit seinen persönlichen Ansichten hinterm Berg zu halten. Spannend dürfte auch werden, ob Camilla als die Frau an seiner Seite wirklich vom Volk anerkannt wird. Denn mit ihr betrog er seine Frau, die populäre Prinzessin Diana.

Viele Briten würden lieber seinen Sohn Prinz William als Nachfolger auf dem Thron sehen. Er wird im Sommer mit seiner Frau Kate und den beiden Kindern ganz nach London ziehen, auch um seine betagten Großmutter bei ihren royalen Pflichten etwas zu entlasten.

Wie mühsam das Leben schon als Nummer zwei in der Thronfolge ist, hat William erst kürzlich zu spüren bekommen: Wegen eines Kurzurlaubs in der Schweiz mit ausgelassener Apres-Ski-Feier stellten einige britische Medien den 34-Jährigen als ungeeignet für den Thron dar. Auch bei seinem offiziellen Besuch mit Kate bis vergangenen Samstagabend in Paris, der Stadt der Liebe, wurde jede Mimik des Paares gedeutet.

Klar ist: Sollte die Queen einmal sterben, wird ihr Nachfolger ein sehr schweres Erbe anzutreten haben. Aber noch ist es nicht so weit. Was die Königin wohl derzeit fühlt, wenn sie von all den Vorbereitungen ihrer eigenen Beerdigung hört, liest oder von Vertrauten dazu befragt wird? (dpa), Silvia Kusidlo

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