128 Tote bei Anschlag auf Wahlkämpfer in Pakistan

Es ist der schwerste Anschlag in Pakistan seit mehr als einem Jahr und der dritte innerhalb weniger Tage. Anlass der Anschlagsserie ist die Wahl am 25. Juli.

PAKISTAN-UNREST-VOTE
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APA/AFP/BANARAS KHAN

Bei dem schwersten Anschlag in Pakistan seit mehr als einem Jahr sind in der Südprovinz Baluchistan nach offiziellen Angaben mindestens 128 Menschen getötet worden. Zuvor war von 85 Todesopfern die Rede gewesen. Außerdem seien mehr als 150 Menschen verletzt worden.

Das Attentat in der Region Mastung hatte am Freitagnachmittag einer Wahlkampfveranstaltung der Baluchistan Awami Partei gegolten. Auch der Kandidat der Partei für die Parlamentswahlen am 25. Juli sei unter den Todesopfern. Bei einem kleineren Anschlag starben weitere fünf Menschen.

In Videos, die in sozialen Medien zirkulierten, waren viele Tote auf einem blutgetränkten Teppich zu sehen, der offenbar in einem Zelt für Zuhörer ausgelegt worden war. Überlebende riefen nach Krankenwagen, im Hintergrund waren schreiende und weinende Frauen zu hören.

IS und Taliban bekennen sich

Nur Stunden später reklamierten sowohl die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch die Ghazi-Gruppe der radikalislamischen pakistanischen Taliban die Tat für sich. Doppel-Bekenntnisse sind üblich in Pakistan.

Schon am Morgen waren in der Stadt Bannu im Norden des Landes mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, als während der Rede des ehemaligen Ministerpräsidenten der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, Akram Durrani, eine Bombe explodierte. Durrani, Kandidat der MMA, einer Allianz islamistischer Parteien, blieb unverletzt. Ein Arzt an der städtischen Klinik berichtete von etwa 30 Verletzten, von denen einige in kritischer Verfassung seien.

Dritte Anschlag in Wahlkampf

Es war bereits der dritte Anschlag auf Wahlkämpfer innerhalb weniger Tage. Erst am Dienstag hatte sich ein Attentäter der pakistanischen Taliban bei einer Veranstaltung in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar in die Luft gesprengt und mindestens 20 Menschen getötet.

Baluchistan ist die größte, ärmste und unruhigste Provinz des Landes. Immer wieder gibt es dort besonders blutige Angriffe einer Vielzahl von Extremistengruppen. Im Oktober 2016 starben mehr als 60 Kadetten einer Polizeiakademie in einem nächtlichen Überfall auf ihre Baracken. Im November 2016 gab es einen grausamen Angriff auf einen Schiiten-Schrein mit mehr als 50 Toten.

Am 25. Juli wählen mehr als 100 Millionen wahlberechtigte Pakistaner eine neue Nationalversammlung sowie Provinzparlamente. Vorsorglich hatte die Wahlkommission das Militär gebeten, die Wahlen mit rund 370.000 Sicherheitskräften zu schützen. Seit 2015 war die Zahl der Anschläge in Pakistan vor allem wegen massiver Militäroffensiven gegen einige der Islamisten-Gruppen stark zurückgegangen.

(APA/dpa)

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