Internationale Razzia gegen italienische Mafia in vier Ländern

Ermittler in Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien gehen gegen die mächtigste italienische Mafia-Organisation vor.

Mit einer groß angelegten Razzia sind Ermittler in Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien gegen Mitglieder der italienischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta vorgegangen. Es gab am Mittwochmorgen mehrere Festnahmen und Durchsuchungen, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mitteilte. In Deutschland gab es Einsätze in Nordrhein-Westfalen (NRW) und Bayern.

Der Schwerpunkt sei in NRW, sagte eine BKA-Sprecherin am Morgen. "Die Maßnahmen dauern derzeit noch an." Die Europäische Justizbehörde Eurojust koordinierte die internationale Aktion mit dem Codenamen "Pollino". International habe es zahlreiche Festnahmen und Beschlagnahmungen gegeben. Das sei das Ergebnis "einer intensiven gemeinsamen Ermittlungsarbeit, die im Jahr 2016 begann und europaweit koordiniert wurde", hieß es in einer Pressemitteilung von Eurojust.

Laut "Bild.de" wurden bundesweit mehr als 100 Objekte durchsucht, darunter auch Pizzerien. Einsätze gab es demnach etwa im Rheinland und im Ruhrgebiet. Dem Bericht zufolge soll einer der Haupttäter ein italienischer Gastwirt aus Pulheim sein. Das BKA wollte sich dazu nicht äußern. Berichte, wonach es auch Durchsuchungen in Thüringen und Berlin gegeben haben soll, dementierte die Behörde. In Bayern durchsuchten die Ermittler zwei Objekte. Sie liegen im Osten des Großraums München. Festgenommen wurde dort niemand.

Die kalabrische 'Ndrangheta gilt inzwischen als die mächtigste italienische Mafia-Organisation. Sie dominiert den Drogenschmuggel nach Europa und ist auch in Deutschland aktiv. So gingen die Mafia-Morde von Duisburg auf ihr Konto. Im August 2007 waren dort vor einer Pizzeria sechs Menschen erschossen worden. Ein Streit zwischen dem Pelle-Vottari-Clan und dem Strangio-Nirta-Clan war der Auslöser für die Bluttat.

Eurojust will um 12 Uhr am Mittwoch in Den Haag über die Ermittlungen informieren. Das BKA will am Nachmittag (15 Uhr) auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden Details bekanntgeben. Wie viele Verdächtige festgenommen wurden und wo genau die Durchsuchungen waren, wurde zunächst nicht bekannt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa gab es auch in Südamerika Einsätze.

(APA/dpa)

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