Ein Land im Schock sucht Antworten

Christchurch: Die Stadt mit zwei Seiten und einem extremen Rand.

Blumen auf der Linwood Avenue für die Opfer des Anschlags
Blumen auf der Linwood Avenue für die Opfer des Anschlags
Blumen auf der Linwood Avenue für die Opfer des Anschlags – Getty Images (Kai Schwoerer)

Auckland/Wien. Es ist Mitternacht in Neuseeland. Am anderen Ende der Telefonleitung eine verschlafene Stimme: „Wir sind im Schock.“ Mehr vorerst nicht. Vor neun Stunden haben Gewehrsalven die Ruhe eines Freitagnachmittags in Christchurch auf der Südinsel Neuseelands zerrissen. Warum ausgerechnet Christchurch?
Auf diese Frage gibt es in den mitternächtlichen Gesprächen mit Freunden drei verschiedene Antworten, die jedoch alle in Ratlosigkeit münden. Weil die älteste Stadt Neuseelands eine starke britische, also christliche, Tradition hat? Weil sie als Ikone der christlichen Städte gesehen wird? Weil sie auf der Südinsel eine relativ große muslimische Minderheit hat, vornehmlich Einwanderer und Flüchtlinge aus Indonesien und Somalia?

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.03.2019)

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