Das erwarten Sponsoren von Kulturmanagern

Mit professionell aufbereiteten Daten gewinnt man Unterstützer.

wien (pk). Ein immer wichtigerer Teil des Kunst- und Kulturmanagements umfasst das Gewinnen von Sponsoren. Zahlungskräftige Geldgeber, die eine Initiative langfristig unterstützen, können unter Umständen über Leben und Sterben eines Projekts entscheiden. Insbesondere, wenn öffentliche Förderungen knapper werden.

Um Unternehmen von einer Zusammenarbeit zu überzeugen, müssen diese jedoch professionell angesprochen werden. Folgende Informationen sollten Kunst- und Kulturmanager zusammentragen:

 

• Worum geht es, und was hat das Unternehmen davon, das Projekt zu unterstützen?

Ohne den Namen des Projekts sowie eine kurze, prägnante Darstellung des Inhalts – am besten auf einer DIN-A4-Seite – darf keine Präsentationsmappe das Haus verlassen. Die Angabe von Ort und Zeit der geplanten Veranstaltung erlaubt der Firma, Rückschlüsse auf die Zielgruppe zu ziehen.

Wie bei jedem Verkauf geht es darum, beim Sponsor einen Bedarf zu wecken und seinen Nutzen darzustellen. Ein wettbewerbsfähiges, ausformuliertes Werbeangebot an den Sponsor ist daher das Herzstück der Präsentation. Das umfasst auch einen Marketing- und PR-Plan für die Veranstaltung: Gibt es Medien, mit denen bereits eine Kooperation vereinbart wurde? Zu welchen anderen Partnern bestehen Kontakte, die genutzt werden können?

 

• Man ist Partner, nicht Bittsteller

Vor einer Anfrage muss das jeweilige Unternehmen genau recherchiert werden: Das Image der Firma und das des Projekts müssen in allen Dimensionen zueinanderpassen, denn ein wesentlicher Nutzen für den Sponsor ist der mit seiner Unterstützung verbundene Imagegewinn. Dieser wird übrigens auch nach innen, gegenüber den Mitarbeitern wirksam. Daher hat das Projekt auch einen Wert für das Unternehmen, den man darstellen kann. Ein weiterer Wert: Das Sponsoring steigert die Bekanntheit – sogar wenn das Projekt klein, der gewünschte Geldgeber aber ein großes Unternehmen ist. Unternehmen fördern Kultur üblicherweise mit sechs bis acht Prozent ihres Marketing- oder PR-Budgets, der Schwerpunkt liegt dabei auf klassischen Kunstprojekten.

Das Kunstsponsoringvolumen der österreichischen Wirtschaft wird insgesamt auf 43 Millionen Euro geschätzt. Unter Einbeziehung von Sachsponsoring und Know-how-Transfer ist es um ein Drittel höher. Die Investitionen im Bereich Kunst und Kultur haben sich seit 1989 versechsfacht. Das Gesamtvolumen verteilt sich auf bildende Kunst mit 27 Prozent, Musik mit 25 Prozent, darstellende Kunst mit 21 Prozent, Literatur sowie Film und Fotografie mit je acht Prozent, Architektur und Design mit sieben Prozent sowie neue Medien mit sechs.

Tipps gaben Brigitte Kössner-Skoff, Geschäftsführerin von „Initiativen Wirtschaft für Kunst“, die u. a. den Kultursponsoring-preis Maecenas vergibt und eine Projektbörse für Sponsoren betreibt, und Leonie Hodkevitch, Lehrbeauftragte am Institut für Kulturkonzepte und Beraterin für Kultursponsoring.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.01.2009)

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