Seit März mehr als 1000 Anträge für neuen Papa-Monat

Familienministerin Karmasin will die Väterbeteiligung beim Kindergeldbezug auf 25 Prozent steigern. SPÖ will Rechtsanspruch auf Papa-Monat, die Wirtschaft ist skeptisch.

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Der Papa-Monat ist Teil des neuen Kindergeldkontos, das im März in Kraft getreten ist. – APA/AFP/ANP/ROBIN VAN LONKHUIJSE

Seit Inkrafttreten des neuen Kindergeld-Kontos im März haben mehr als 1000 Väter einen Antrag für die "Familienzeit" - oder Papa-Monat - gestellt. Das geht aus aktuellen Zahlen des Familienministeriums hervor. Im Rahmen der "Familienzeit" können Väter direkt nach der Geburt des Kindes zwischen 28 und 31 Tage durchgehend zuhause bleiben, dafür gibt es 700 Euro.

Die Väterbeteiligung beim Kindergeldbezug liegt nach den zuletzt verfügbaren Daten bei 19,4 Prozent. "Unser Ziel ist es, die Beteiligung der Väter auf 25 Prozent anzuheben", bekräftigte Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP). Deshalb freue sie sich besonders darüber, dass "das neue Modell des Familienzeitbonus so gut angenommen wird". Seit März gab es insgesamt 1089 Anträge für den "Familienzeitbonus".

Der Papa-Monat ist Teil des neuen Kindergeldkontos, das im März in Kraft getreten ist. Das einkommensabhängige Kindergeld gibt es weiterhin, statt den bisherigen Pauschalvarianten gibt es aber seither vereinfacht gesagt die Summe von bis zu 15.449 Euro für eine relativ flexible Bezugsdauer (zwischen rund zwölf und 28 Monaten für einen Elternteil bzw. zwischen rund 15,5 und 35 Monaten für beide Elternteile).

Eine gesamtheitliche Entwicklung rund um das neue Kindergeldkonto liegt noch nicht vor. Nimmt man den Juni quasi als Momentaufnahme her, bezogen knapp 8400 Personen Kindergeld, davon 5800 im Rahmen des Kindergeldkontos und 2600 das einkommensabhängige Kindergeld.

Rechtsanspruch auf den Papa-Monat?

Die SPÖ-Frauen erklärten, sie seien froh über die Umsetzung des Papa-Monats im neuen Kinderbetreuungsgeld. Als nächstes brauche es jedoch einen Rechtsanspruch auf diese Möglichkeit, meinte Vorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek am Montag in einer Aussendung. Der Papa/Baby-Monat sei ein wichtiger Einstieg in die Väterkarenz, zeigte sich Heinisch-Hosek überzeugt.

Agentur Archive - document view Die Wirtschaftskammer sieht keine Notwendigkeit für einen Rechtsanspruch auf einen Papa-Monat. Das Modell auf freiwilliger Basis laufe gut, erklärte Martin Gleitsmann, Leiter der Sozialpolitischen Abteilung, am Montag in einer Ausendung. Auch die NEOS sprechen sich gegen die Forderung von SPÖ und Grünen aus.

Aus Sicht der Wirtschaft besteht keine Notwendigkeit, einen Rechtsanspruch durchzusetzen. Bereits jetzt würden viele Möglichkeiten existieren, um aus familiären Gründen eine Dienstfreistellung zu erwirken. Gleitsmann verwies hier etwa auf Pflegeurlaube oder Freistellungsansprüche in Kollektivverträge. Das Modell des Papa-Monats laufe gut, der WKÖ seien auch keine Probleme beim Abschluss von Vereinbarungen bekannt, hieß es weiters.

Die NEOS sind hingegen der Meinung, dass ein Rechtsanspruch nicht entscheidend für die höhere Väterbeteiligung sei. Es zeige sich, dass Männer vor allem in den Sommermonaten Kinderbetreuungsgeld beziehen. Dies seien Monate, in denen es betrieblich einfacher sei, Karenzen von kurzer Dauer zu koordinieren. "Ein Rechtsanspruch auf den Papa-Monat würde einen zusätzlichen Koordinationsaufwand in Unternehmen erfordern und diese belasten", so Familiensprecher Michael Bernhard.

Für die Einführung eines Rechtsanspruchs sprach sich hingegen der Katholische Familienverband aus - dass dieser fehlt, sei ein "großes Manko", hieß es in einer Aussendung.

 

(APA)

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