Angewandte und Konservatorium bilden "Social Design"-Masters aus

Die Angewandte und das Konservatorium Wien bieten ab Oktober gemeinsam das Studium "Social Design" als Joint Degree an. Das Studium soll Künstler verschiedenener Sparten zusammenführen.

Angewandte Konservatorium bilden Social
Angewandte Konservatorium bilden Social
(c) Clemens Fabry

Einen gewagten Sprung aus dem Elfenbeinturm unternehmen die Universität für Angewandte Kunst und das Konservatorium Wien Privatuniversität ab dem Semesterstart im Oktober: Als Joint Degree wird künftig "Social Design" als neues Masterstudium angeboten. Das projektorientierte, interdisziplinäre Studium soll Künstler verschiedener Sparten zusammenführen, die gemeinsam gesellschaftlich relevante Fragestellungen er- und bearbeiten. Heute, Montag, wurde das neue Studium in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Dass "Social Design" nichts mit Produktgestaltung, sondern mit "gesellschaftlicher Gestaltung" zu tun hat und kein sozialwissenschaftliches sondern ein künstlerisches Studium ist, versteht man beim Blick in den Studienplan. In vier Semestern sollen bereits fertig ausgebildete Künstler, Architekten, Designer, Musiker, Komponisten, Tänzer und viele mehr sich zu interdisziplinären Projekten finden, an denen unter Begleitung durch entsprechende "Expertisen" seitens der Universitäten gearbeitet wird. Das "Forschungsobjekt" ist im weiteren Sinne die Stadt. "Wir verstehen Kunst als Innovationsfaktor im urbanen Raum", so Angewandte-Rektor Gerald Bast.

Interdisziplinär vorgehen

In Zeiten sich zuspitzender gesellschaftlicher Probleme würden viele Künstler "spüren, dass sie über die bloße Produktion von Unterhaltung oder Provokation hinausgehen wollen", so der künstlerische Leiter des Konservatoriums, Ranko Markovic. Für sie soll das Studium die Möglichkeit bieten, "ihr künstlerisches Tun in einen anderen Kontext zu stellen". Dabei sollen sie von Grund auf interdisziplinär vorgehen. "Wenn man Wissen wirklich integrieren möchte, muss man schon die Fragestellungen gemeinsam erarbeiten", so die stellvertretende Leiterin des Masterprogramms, Susana Zapke.

Als Joint Degree einer Bundes- und einer städtischen Universität, aber auch in seiner inhaltlichen Ausrichtung will "Social Design" eine "internationale Vorreiterrolle" einnehmen, betonte Bast. Gleichzeitig bewege man sich mit künstlerischen Vorbildern wie Joseph Beuys oder Christoph Schlingensief "in guter Tradition", die versteht, dass "Kunst eine Aufgabe hat außerhalb von Galerien, Museen, Konzertsälen und Labels".

"Antithese zu herkömmlichen Studienbetrieb"

Mit dem künstlerischen Leiter des Masterstudiums, Anton Falkeis, haben Professoren aus verschiedenen Sparten an beiden Häusern das Curriculum erarbeitet und sind in das Studium eingebunden. "Eine Professur für 'Social Design' hätte es aus unserem interdisziplinären Verständnis nicht geben können", so Falkeis. In gewisser Weise sei der Studienaufbau des neuen Masters "so etwas wie eine Antithese zum herkömmlichen Studienbetrieb".

(APA)

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