Rom lässt illegale Mafia-Villa abreißen – und Salvini steuert den Bagger

Anstelle der Villa der berüchtigten Casamonica-Familie soll ein Park und eine Bibliothek entstehen. Der Verbrecherclan hatte sich jahrzehntelang mit Wucher, Drogenhandel und Betrügereien bereichert.

REUTERS/Alessandro Bianchi

Beim Abriss einer illegal errichteten Luxusvilla eines Mafia-Clans im Süden Roms hat sich am Montag Italiens Innenminister Matteo Salvini persönlich ans Steuer eines Baggers gesetzt. Medienwirksam gab der Chef der Rechtspartei Lega das Startsignal für den Abriss der Villa der berüchtigten Casamonica-Familie. Anstelle des Hauses sollen ein Park und eine Bibliothek entstehen, kündigte Salvini an.

Die 1000 Quadratmeter große Villa, die ohne Genehmigung errichtet und von den Justizbehörden beschlagnahmt worden war, steht jetzt im Besitz der Region Latium, die die Errichtung einer Bibliothek für das Stadtviertel finanzieren will. Rund fünf Wochen wird die Räumung des Areals erfordern. "Wir werden Kriminelle Straße für Straße, Villa für Villa verfolgen", berichtete der Innenminister. 17.000 Besitztümer der Mafia seien in den vergangenen Jahren konfisziert und unter staatliche Kontrolle gestellt worden.

Schon vergangene Woche war mit dem Abriss von acht Luxusgebäuden der Casamonica-Familie im Quadraro-Viertel in Rom gestartet worden. Sie sollen komplett geschliffen werden. Das Reich der Casamonica war jahrzehntelang ein Symbol für die Unantastbarkeit der römischen Kriminalität. Bilder der kitschig-luxuriösen Einrichtung der Casamonica-Villen sorgten für einen Aufschrei. Die Polizei brauchte mehrere Lastwagen, um Whirlpools, vergoldete Statuen, klassizistische Säulen, Stuck und Fresken abzutransportieren.

Der Verbrecherclan Casamonica hatte sich in den vergangenen Jahrzehnten mit Wucher, Drogenhandel und Betrügereien bereichert. Die ursprünglich in der Apenninen-Region Abruzzen ansässige Familie kam als Gebrauchtwarenhändler in den 1970er-Jahren nach Rom.

(APA)

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