"Dark Places": Immobilien mit dunkler Geschichte

Georg Lux und Helmuth Weichselbraun zeigen in ihrem neuen Buch Orte ungeklärter Verbrechen und verlassene Gebäude.

Von der psychiatrischen Klinik Mombello in Italien bis hin zu Titos Zug “Plavi voz” in Serbien - Georg Lux und Helmuth Weichselbraun entdecken die Alpe-Adria-Region von ihrer dunklen Seite. Im Mittelpunkt der Neuerscheinung “Vergessen & Verdrängt. Dark Places im Alpe-Adria-Raum" von Georg Lux und Helmuth Weichselbraun steht die Reise zu dunklen Orten der Vergangenheit. In ihrem "Reiseführer" beschreiben sie Orte des Alpe-Adria-Raumes, an denen sich Unschönes zugetragen hat.


Zum Beispiel die psychiatrische Klinik Mombello bei Mailand:
Der Eingang zum frei zugänglichen Areal befindet sich nördlich des Ortszentrums von Limbiate. Die nicht mehr genutzten Gebäude sind teilweise einsturzgefährdet, einige Zwischendecken haben ihren Geist und ihre Tragkraft bereits aufgegeben....


 

Styria/Helmut Weichselbraun

...Behinderte Kinder oder Erwachsene mit schweren psychischen Erkrankungen wurden hier von der Außenwelt abgeschirmt. Es gab ein eigenes Heizwerk, eine Wäscherei und eine Großküche...

Styria/Helmut Weichselbraun

...Bis zu 3000 Patienten waren gleichzeitig in der psychiatrischen Klinik Mombello bei Mailand weggesperrt. Auch Mussolini ließ seinen Sohn in Mombello "verschwinden", er starb im Alter von 26 Jahren in der Klinik.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

Gefängnis, Begräbnis- oder Kultstätte? Ein Keller mit aus dem Fels gehauenen Köpfen in Cividale (Italien) gibt bis heute Rätsel auf.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

Menschenleer: Poveglia in der Lagune von Venedig gilt als "Geisterinsel". Auf der Insel befand sich bis in die späten 1960er-Jahre eine Art Altersheim. Seit der Schließung verfallen die Gebäude.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

Nationalsozialistische Massenmörder bauten 1943 in Triest eine Reismühle zum KZ um...

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

...In der Risiera San Sabba wurden bis zu 5000 Menschen getötet. Heute ist das Gebäude eine nationale Gedenkstätte.

Styria/Helmut Weichselbraun

Ein Feldweg und drei Gebäude, so viel ist übrig vom  “Atlantis” der Julischen Voralpen, dem italienischen Dorf Movada. Die Überreste der Siedlung liegen am Grund eines Stausees, sie tauchen nur auf, wenn es lange Zeit extrem trocken gewesen ist...

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

...Die Ortschaft fiel 1952 dem Aufschwung zum Opfer, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Italien einsetzte. Aus Movada sollte ein Stausee zur Stromerzeugung werden. Die Dorfbewohner erhielten für ihre alten Häuser eine geringe Ablöse. Alles "Wertvolle", wie Dachziegel, Fenster und  Türrahmen, nahmen sie mit - Übrig blieben steinerne "Skelette".

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

In der slowenischen Stadt Celje geben die Schädel der Grafen Cilli und deren Angehörigen grauenvolle Geschichten preis. Sie befinden sich im historischen Fürstenhof des Regionalmuseums der Stadt. Noch früher datieren Ausgrabungen im Keller: Sie förderten Reste der römischen Stadt Celeia zutage, darunter ein Stadttor, Stadtmauern, einige Meter der Prachtstraße und Villen.

Styria/Helmut Weichselbraun

Vom Museum für Zeitgeschichte in Celje sollten sich Menschen, die Angst vorm Zahnarzt haben, fernhalten: Hier werden werden historische Zahnarztordinationen und -utensilien ausgestellt.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

In der Gottschee (Slowenien) wurden vom kommunistischen Jugoslawien ganze Dörfer ausradiert. Manche Kirchenmauern hielten dem Sprengstoff stand...

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

...Dieser Bunker in der Gottschee darf bis heute nur mit Erlaubnis des Militärs besichtigt werden.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

Auch in Österreich gibt es zahlreiche "Dark Places": Für einen Film über das Schicksal von Eva Kary wurde ein Raum der 1292 erstmals erwähnten Alten Burg in Gmünd zu jener Gefängniszelle umgestaltet, in der einst Kary, die unter Folterung den Mord an ihrem Ehemann zugab, schmachtete - teilweise mit Original-Inventar des Kerkers.

Styria/Helmut Weichselbraun

Vom früheren Bahnhof Eberstein im Görschitztal führt – an einem mittelalterlichen Galgen vorbei – ein beschilderter Wanderweg zum Felsentor. Wie der 16 Meter breite und 11 Meter hohe Gesteinsbogen entstand, ist noch heute ein Mysterium.

Styria/Helmut Weichselbraun

Der jugoslawische Staatschef Tito besaß einen Luxuszug, "Plavi voz" genannt, den er bis zu seinem Tod und sogar darüber hinaus benützte. Sein aufgebahrter Leichnam fuhr von Ljubljana, wo der Diktator 1980 verstorben war, quer durchs Land über Zagreb nach Belgrad...

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

...Den teilweise schon 1947 gebauten Garnituren ist ihr Alter nicht anzusehen. Sie werden von den serbischen Staatsbahnen gehegt und gepflegt. Und zwar stilecht wie zu Lebzeiten Titos.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

Das Buch "Vergessen & Verdrängt" von Georg Lux und Helmuth Weichselbraun ist im Styria Verlag erschienen und im Handel erhältlich.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)
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Von der psychiatrischen Klinik Mombello in Italien bis hin zu Titos Zug “Plavi voz” in Serbien - Georg Lux und Helmuth Weichselbraun entdecken die Alpe-Adria-Region von ihrer dunklen Seite. Im Mittelpunkt der Neuerscheinung “Vergessen & Verdrängt. Dark Places im Alpe-Adria-Raum" von Georg Lux und Helmuth Weichselbraun steht die Reise zu dunklen Orten der Vergangenheit. In ihrem "Reiseführer" beschreiben sie Orte des Alpe-Adria-Raumes, an denen sich Unschönes zugetragen hat.


Zum Beispiel die psychiatrische Klinik Mombello bei Mailand:
Der Eingang zum frei zugänglichen Areal befindet sich nördlich des Ortszentrums von Limbiate. Die nicht mehr genutzten Gebäude sind teilweise einsturzgefährdet, einige Zwischendecken haben ihren Geist und ihre Tragkraft bereits aufgegeben....


 

Styria/Helmut Weichselbraun

...Behinderte Kinder oder Erwachsene mit schweren psychischen Erkrankungen wurden hier von der Außenwelt abgeschirmt. Es gab ein eigenes Heizwerk, eine Wäscherei und eine Großküche...

Styria/Helmut Weichselbraun

...Bis zu 3000 Patienten waren gleichzeitig in der psychiatrischen Klinik Mombello bei Mailand weggesperrt. Auch Mussolini ließ seinen Sohn in Mombello "verschwinden", er starb im Alter von 26 Jahren in der Klinik.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

Gefängnis, Begräbnis- oder Kultstätte? Ein Keller mit aus dem Fels gehauenen Köpfen in Cividale (Italien) gibt bis heute Rätsel auf.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

Menschenleer: Poveglia in der Lagune von Venedig gilt als "Geisterinsel". Auf der Insel befand sich bis in die späten 1960er-Jahre eine Art Altersheim. Seit der Schließung verfallen die Gebäude.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

Nationalsozialistische Massenmörder bauten 1943 in Triest eine Reismühle zum KZ um...

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

...In der Risiera San Sabba wurden bis zu 5000 Menschen getötet. Heute ist das Gebäude eine nationale Gedenkstätte.

Styria/Helmut Weichselbraun

Ein Feldweg und drei Gebäude, so viel ist übrig vom  “Atlantis” der Julischen Voralpen, dem italienischen Dorf Movada. Die Überreste der Siedlung liegen am Grund eines Stausees, sie tauchen nur auf, wenn es lange Zeit extrem trocken gewesen ist...

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

...Die Ortschaft fiel 1952 dem Aufschwung zum Opfer, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Italien einsetzte. Aus Movada sollte ein Stausee zur Stromerzeugung werden. Die Dorfbewohner erhielten für ihre alten Häuser eine geringe Ablöse. Alles "Wertvolle", wie Dachziegel, Fenster und  Türrahmen, nahmen sie mit - Übrig blieben steinerne "Skelette".

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

In der slowenischen Stadt Celje geben die Schädel der Grafen Cilli und deren Angehörigen grauenvolle Geschichten preis. Sie befinden sich im historischen Fürstenhof des Regionalmuseums der Stadt. Noch früher datieren Ausgrabungen im Keller: Sie förderten Reste der römischen Stadt Celeia zutage, darunter ein Stadttor, Stadtmauern, einige Meter der Prachtstraße und Villen.

Styria/Helmut Weichselbraun

Vom Museum für Zeitgeschichte in Celje sollten sich Menschen, die Angst vorm Zahnarzt haben, fernhalten: Hier werden werden historische Zahnarztordinationen und -utensilien ausgestellt.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

In der Gottschee (Slowenien) wurden vom kommunistischen Jugoslawien ganze Dörfer ausradiert. Manche Kirchenmauern hielten dem Sprengstoff stand...

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

...Dieser Bunker in der Gottschee darf bis heute nur mit Erlaubnis des Militärs besichtigt werden.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

Auch in Österreich gibt es zahlreiche "Dark Places": Für einen Film über das Schicksal von Eva Kary wurde ein Raum der 1292 erstmals erwähnten Alten Burg in Gmünd zu jener Gefängniszelle umgestaltet, in der einst Kary, die unter Folterung den Mord an ihrem Ehemann zugab, schmachtete - teilweise mit Original-Inventar des Kerkers.

Styria/Helmut Weichselbraun

Vom früheren Bahnhof Eberstein im Görschitztal führt – an einem mittelalterlichen Galgen vorbei – ein beschilderter Wanderweg zum Felsentor. Wie der 16 Meter breite und 11 Meter hohe Gesteinsbogen entstand, ist noch heute ein Mysterium.

Styria/Helmut Weichselbraun

Der jugoslawische Staatschef Tito besaß einen Luxuszug, "Plavi voz" genannt, den er bis zu seinem Tod und sogar darüber hinaus benützte. Sein aufgebahrter Leichnam fuhr von Ljubljana, wo der Diktator 1980 verstorben war, quer durchs Land über Zagreb nach Belgrad...

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

...Den teilweise schon 1947 gebauten Garnituren ist ihr Alter nicht anzusehen. Sie werden von den serbischen Staatsbahnen gehegt und gepflegt. Und zwar stilecht wie zu Lebzeiten Titos.

(c) Styria / Helmuth Weichselbraun (Helmuth Weichselbraun)

Das Buch "Vergessen & Verdrängt" von Georg Lux und Helmuth Weichselbraun ist im Styria Verlag erschienen und im Handel erhältlich.

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