Hotel Schwarzenberg: Doch kein Geld von Al Jaber?

Der Pächter der Immobilie soll den Vertrag mit dem Scheich aufgekündigt haben. Al Jaber verspricht seit zwei Jahren, das nötige Kapital von 20 Millionen Euro für den Baubeginn einzuzahlen. Eine ursprünglich für 2011 geplante Eröffnung dürfte sich nun auf 2013 oder 2014 verschieben.

Pfarrhofer

Wien  - Das Hotelprojekt Schwarzenberg in Wien stockt nach wie vor. Eine Beteiligung des Investors Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber wird inzwischen immer unwahrscheinlicher. Al Jaber verspricht seit zwei Jahren, das nötige Kapital von 20 Millionen Euro für den Baubeginn einzuzahlen. Die ursprünglich für 2011 geplante Eröffnung dürfte sich nun auf 2013 oder 2014 verschieben.

Der Pächter der Immobilie, eine Projektgesellschaft der Volksbanken-Tochter Immoconsult, soll den Vertrag mit Al Jaber aufgekündigt haben, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil". Auf die Frage, ob er noch Partner in dem Projekt sei, sagt der Scheich: "Darüber will ich nicht sprechen. Heutzutage versuchen alle Finanzinstitute, sich aus ihren Finanzierungszusagen herauszuschleichen." Aus der Volksbanken-Gruppe heißt es laut "profil": "Die Chance, das Projekt gemeinsam mit der JJW-Gruppe (deren Vorsitzender Al Jaber ist, Anm.) zu Ende zu bringen, ist mittlerweile sehr unwahrscheinlich."

Ärger zahlreicher Geschäftspartner

Wann das Geld fließt, lässt der Scheich offen. "Es ist wichtig, den richtigen Zeitpunkt für eine Investition zu finden", meint er dazu lediglich. Al Jabers Hausbank RBS Coutts hat am 7. Februar eine Bestätigung an die Projektpartner geschickt, wonach bis Ende März insgesamt 35 Millionen Euro nach Wien überwiesen werden, 20 Millionen Euro davon für das Projekt Schwarzenberg. Der Scheich gab sich - von "profil" darauf angesprochen - brüskiert und antwortete, dass es überhaupt nicht infrage komme, dass über seine privaten Bankverbindungen diskutiert werde. Das sei kein Thema für die Medien.

Das Projekt Schwarzenberg sei noch "auf Schiene", aber "zu unserem eigenen Zeitplan". "Es wird das Projekt geben, und es wird ein Erfolg. Warten Sie bis September." Was im September ist, bleibt wie so vieles im Unklaren.

Al Jaber hat in Österreich mit dem Verschieben und Vertrösten von Zahlungen den Ärger zahlreicher Geschäftspartner auf sich gezogen. Dabei wird er auf der Reichenliste "Forbes" auf ein Vermögen von 7 Milliarden US-Dollar (4,8 Mrd. Euro) taxiert. Tatsächlich könnte er sogar noch mehr Geld haben. Nachgefragt, ob die "Forbes"-Summe dem Wert seiner Unternehmensgruppe entspreche, sagt Al Jaber: "Ich möchte das nicht bestätigen, ich glaube, wir stehen sogar besser da."

Mehrere "Baustellen" offen

Abgesehen von der Projektgesellschaft für das Hotel Schwarzenberg und der mittlerweile insolventen Skifirma Kneissl lässt Al-Jaber-Geld auch an anderen "Baustellen" auf sich warten. Aufgrund einer Vertragsoption muss der saudisch-österreichische Unternehmer den 25,1 Prozent Anteil der insolventen R-Quadrat Capital Alpha GmbH an der Betreibergesellschaft des Wiener Hotels "The Ring" um 5,6 Mio. Euro übernehmen. Al Jaber ließ die vertraglich fixierte Frist von drei Wochen sowie alle folgenden Mahnungen verstreichen, obwohl er die Überweisung der Summe bis 31. März in einem Brief am 18. Februar garantierte, hießt es in dem Bericht. Al Jaber äußert sich auch hierzu nur knapp: "Auch das werde ich nicht hier diskutieren. Wir kennen doch nicht einmal den Ansprechpartner in dieser Causa."

Auch beim Projekt Palais Schwarzenberg ist R-Quadrat investiert, kann ab 1. Juni aber aussteigen. Zieht der Fonds die Verkaufsoption, muss Al Jaber den Angaben zufolge 6,5 Mio. Euro an R-Quadrat überweisen. Der Ausstieg der Volksbanken-Tochter Immoconsult komme noch deutlich teurer, sie will laut Magazin Vorleistungen und Investitionen in Höhe von 16 Millionen Euro geltend machen.

Die Bank Austria ließ sich laut "profil" kürzlich ein Pfandrecht in Höhe von einer Million Euro auf die Immobilie des Hotels The Ring am Kärntner Ring Nummer 8 ins Grundbuch eintragen. Al Jaber findet es "ganz normal, dass Banken manchmal etwas aggressiver reagieren". So etwas könne auch Teil einer Verhandlungsstrategie sein. "Ich bin ein sehr harter Verhandler, wenn es nicht gerade um Wohltätigkeitsprojekte geht", so der Scheich. (APA/red)

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