„Die großen Fische werden immer größer“

Immobilienfirmen blicken auf die vielversprechenden Entwicklungen im Osten. Doch die größten Investmentmärkte liegen noch in Westeuropa.

dpa


[Wien/MAR] Unter Investoren wie auch in den Medien scheinen die Immobilienmärkte zwischen Warschau, Bukarest und Moskau überdurchschnittlich präsent zu sein – aufgrund ihrer Dynamik, der Möglichkeiten in der Projektentwicklung und nicht zuletzt wegen der Chance auf hohe Renditen. In der Region tut sich viel. Dabei gerät die Blickrichtung nach Westen oft in den Hintergrund.
„Im Vergleich zum Westen sind in Osteuropa eher die kleineren Gewässer“, sagt Hubert Vögel, Geschäftsführer der Raiffeisen Immobilien Kapitalanlagegesellschaft. Die wirklichen Riesenmärkte sind in Westeuropa. Ein Standpunkt, der gerade in Österreich nicht jeden Tag zu hören ist, sind doch heimische Immobilienkonzerne stark auf Ost- und Südosteuropa fokussiert.


Nach Zahlen des Immobiliendienstleisters CB Richard Ellis liegen neun der zehn größten und im vergangenen Jahr aktivsten Immobilienmärkte in Westeuropa. So entfallen allein auf Paris und London mit rund 26 Milliarden Euro knapp 30 Prozent der europäischen Gesamtinvestitionen. Allein in den zentralen Stadtvierteln von London wurden 2010 rund 17,5 Milliarden Euro umgesetzt – das ist ein knappes Fünftel aller Immobilientransaktionen in ganz Europa und im Vergleich zum Vorjahreswert eine Steigerung von knapp 70 Prozent. Raiffeisen Capital Management prognostiziert, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren fortsetzen wird: „Die großen Fische werden noch größer“, kommentiert Hubert Vögel.

Riese Deutschland

Der größte „Fisch“ laut Raiffeisen ist Deutschland. Dieser Markt hat mit 270 Milliarden Euro an Immobilien europaweit einen Anteil von 21 Prozent. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die „Big Five“: Hamburg, München, Berlin Frankfurt und Düsseldorf, in denen das Transaktionsvolumen im vergangenen Jahr neun Milliarden Euro betragen hat.


Wie auch der französische Markt haben sich die Immobilienmärkte dieser Städte 2010 deutlich erholt, Raiffeisen zufolge bewegen sich die Leerstandsraten großteils wieder im einstelligen Bereich. Nur Frankfurt ist dabei seit Jahren das „Problemkind“: Nachfrage und Angebot sind traditionell sehr hoch, 18 Prozent der Büros stehen leer, und gleichzeitig sind Monatsmieten von bis zu 38 Euro pro Quadratmeter drin. Raiffeisen Capital Management beschreibt die Anlagechancen als „attraktiv“ und beziffert die Spitzenrenditen mit bis zu sechs Prozent.

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