Wien: Nordbahnhalle

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An der Ecke Leystraße/Taborstraße endet das Neubauviertel, schräg gegenüber, mitten im Brachland des ehemaligen Nordbahnhofs, liegt die alte Nordbahnhalle. Einst als Lebensmittellager genutzt und lang nicht mehr gebraucht, sollte sie eigentlich längst nicht mehr stehen. Doch stattdessen ist neues Leben eingezogen, ist sie zu einem Treffpunkt der Gegend geworden und zu einem Zukunftslabor des zukünftigen Grätzels.

(c) DIMO DIMOV
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Im Rahmen des Projekts „Mischung: Nordbahnhof“ – unter anderem geleitet von Peter Fattinger, Professor für Wohnbau an der TU – treffen sich TU-Studenten für Projektarbeiten, nutzen sogenannte MacherInnen den Raum als Werkstatt, . . .

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Im Rahmen des Projekts „Mischung: Nordbahnhof“ – unter anderem geleitet von Peter Fattinger (Bild), Professor für Wohnbau an der TU – treffen sich TU-Studenten für Projektarbeiten, nutzen sogenannte MacherInnen den Raum als Werkstatt, . . .

Dimo Dimov
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. . . können Gäste im Co-working-Space essen, plaudern, arbeiten und sich eine Melange an der Bar holen.

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Untätig ist hier jedenfalls niemand, es wird gearbeitet, diskutiert, gefilmt, geschweißt, gehämmert, gelacht – und so mancher Plan geschmiedet: "Im Frühjahr werden wir einen 15-Arten-Griller bauen, um länderspezifische Zubereitungsmöglichkeiten zu haben", erzählt Architekturstudentin Mara Reinsperger (Bild).

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Grillgut mitbringen und loslegen, heißt dann die Devise für alle Interessierten.

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Doch noch befinden sich die Außenbereiche wie Palettenstiege und Gartenbeete in tiefem Winterschlaf.

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Durch die selbst gebauten neuen Türen und Fenster – "Als wir im Mai 2017 zu arbeiten begannen, waren die meisten zerstört", erzählt Fattinger – versucht die Eiseskälte zu kriechen.

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Die Studenten lassen sich davon nicht abhalten. Sie arbeiten an diversen Projekten – etwa Ruheboxen auf Rollen als Rückzugsräume auf Zeit?–, machen Filmaufnahmen selbst erbauter Vielzweckmöbel, die als Regal(-Wand), Hocker oder Bühnenaufbau fungieren können, oder sind gerade mit dem Ausbau des Palettenturms in der Co-working-Zone beschäftigt, in dem man in Zukunft auf diversen Ebenen sitzen, entspannen und arbeiten können soll.

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Seit Mai 2017 sind auch die MacherInnen eingezogen – unter anderem Tischler, Messerschmied, Geigenbauer und Fahrradbauer, Schmuckdesigner und Künstler –, die sich um einen Platz in der Halle bewerben konnten, um ihn als Werkstätte zu nutzen – und natürlich, um sich zu vernetzen.

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Willkommen ist hier grundsätzlich jeder – was sich in der Umgebung schon herumgesprochen hat, weswegen diverse Veranstaltungen meist sehr gut besucht sind.

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"Im Februar fand in der Halle sogar ein Fahrradrennen statt, das sehr gut angekommen ist", erzählt Reinsperger.

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Ansonsten finden Diskussionen, Theateraufführungen, der Nordbahnvierteltreff oder das Creators Camp statt.

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Draußen unter der Schneedecke liegt das Brachland, auf dem in den nächsten Jahren Hochhäuser und die "Freie Mitte", eine grüne, freie, unbebaute Zone, entstehen sollen.

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Wie die Erdgeschoßzone des neuen Grätzels genutzt werden soll, ist Teil der Forschung, die hier getätigt wird. „Wir untersuchen, was gebraucht wird, welche Angebote anderswo und in der Nachbarschaft gut angenommen werden und welche Fehler wir nicht machen sollten“, erklärt Fattinger.

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MacherInnen bekommen die Chance, nach Projektende ihre zukunftsfähigen Geschäftsideen direkt „im Echtbetrieb“ auszurollen: Es sollen ab 2019 direkt in der Bruno-Marek-Allee, der zukünftigen Geschäftsstraße des Nordbahnviertels, Flächen in der Erdgeschoßzone vorgehalten werden.

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Derzeit laufen die Hochhauswettbewerbe, in zwei Monaten sollen die Entwürfe für die ersten zwei Baufelder feststehen. Für die „Freie Mitte“ zwischen den Türmen ist eine Bürgerbeteiligung geplant. „Es schaut gut aus“, so Architektin Lina Streeruwitz über die Entwicklung und den Masterplan des Nordbahnareals. Was auch immer das für die Nordbahnhalle heißen wird.

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„Ihr Erhalt war ja gar nicht vorgesehen“, sagt Streeruwitz. Und dennoch ist sie da. Auch die Zukunft ist nicht ganz klar – momentan ist sie in Zwischennutzung. „Wenn man einen Vollbetrieb machen wollte, müsste man viel Geld in die Hand nehmen“, erklärt Streeruwitz. Sie glaubt aber, dass – auch wenn das Gebäude wie geplant abgerissen werden wird – die Idee der Nutzung im neuen Viertel deutliche Spuren hinterlassen wird. (Daniela Mathis, Die Presse, 3. 3. 2018)

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Kommentar zu Artikel:

Nordbahnhof: Die Werkhalle als Zukunftslabor

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