Reformplan: Müssen Krankenschwestern operieren?

Für Aufregung sorgen angebliche Reformpläne, dass Krankenschwestern künftig operieren und befunden dürfen. Der Gesundheitsminister relativiert.

Reformplan: Dürfen Krankenschwestern operieren?
Reformplan: Dürfen Krankenschwestern operieren?
Symbolbild – (c) Bilderbox.com

Wien. Für helle Empörung in der Medizinerschaft sorgen angebliche Reformpläne im Gesundheitsministerium, nach denen Krankenschwestern zutiefst ärztliche Tätigkeiten in den Spitälern durchführen dürfen.

Die Pläne gehen so weit, dass Krankenschwestern ohne fachärztliche Ausbildung in Zukunft „Venenentnahmen im Rahmen der Viszeralchirurgie (z. B. Bypass-, Varizenchirurgie)" und „definierte operative Eingriffe durchführen" könnten, schreibt die „Kleine Zeitung". Krankenschwestern könnten dann auch „standardisierte medizinische Befunde (Röntgenbilder, Interventionsbefunde, OP-Berichte) interpretieren und daraus Konsequenzen für die weitere Vorgangsweise ableiten".

Die Vorschläge stammen von der „Gesundheit Österreich GmbH", einer Organisation, die gesundheitspolitische Pläne für das Ministerium ausarbeitet.

„So wird das natürlich nicht kommen. Operieren dürfen auch in Zukunft nur Ärzte", beruhigte am Samstag ein Sprecher von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ). Derzeit würden Vorschläge eingeholt, welche Richtung man künftig einschlagen sollte. Das vorliegende erste Diskussionspapier spiegle extreme Wünsche von Berufsgruppen wider. Alle würden ihre Positionen einbringen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15. September 2013)

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