„Das Land wird regressieren“

Es geht um die Schäden am Luxus-VW Jörg Haiders.

WIEN/KLAGENFURT. Wenn alle Unterlagen der Behörden vorliegen, dann werden die Fakten erneut von einer sogenannten „Schadensfeststellungskommission“ der Kärntner Landesregierung geprüft. Landesamtsdirektor Reinhard Sladko sagt im Gespräch mit der „Presse“: „Wenn die Fakten so stimmen (Alkoholisierung Haiders von 1,8 Promille und Tempoüberschreitung von mehr als 70 km/h, Anm.), dann wird das Land regressieren.“ Der Haider-Phaeton, das Luxusmodell von VW, steht regulär mit 73.425 Euro in der Liste (ohne Extras), beim Land Kärnten heißt es, dass bei Abschluss des Leasingvertrages der Neuwert mit 52.000 Euro festgesetzt worden sei. Das Limit bei der Anschaffung von Politiker-Pkw liege bei 57.000 €, so Sladko. Kärnten habe mehr als 200 Autos geleast.

Eine Sprecherin der Wiener Allianz Versicherung sagt, dass eine Haftpflichtversicherung bestehe. Schäden, die Haider durch den Unfall verursacht habe, „werden ersetzt. Ein Regress bei den Erben ist nur möglich, wenn Alkoholisierung ärztlich festgestellt wird und es ein gerichtliches Verfahren gegeben hat.“ Dass Haider mit 142km/h gefahren sei, sei „in diesem Zusammenhang irrelevant“.


„Ein Gefühl der Stärke“

Othmar Thann, Geschäftsführer des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), berichtet, dass eine Alkoholisierung von 1,8 Promille ein 30-faches Unfallrisiko bedeute. Das habe eine Untersuchung der Uni Würzburg gezeigt. „Man erlebt ein Gefühl der Stärke, es entwickelt sich ein Tunnelblick, es wird in Schlangenlinien gefahren.“ Eine Alkoholisierung dieses Ausmaßes zieht den Entzug des Führerscheins für vier Monate nach sich. Verkehrspsychologische Untersuchung und Nachschulung sind vorgeschrieben. Die Geschwindigkeitsübertretung um 72 km/h werde, je nach Bundesland, üblicherweise mit einer Strafe von 200 bis 500 Euro geahndet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2008)

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