Liberales Forum: „Wirtschafts-Liberaler, nicht neoliberal“

Das LIF hat einen neuen Chef. Die Partei dürfte auch umbenannt werden und nun wirtschaftsliberaler werden.

(c) APA (Gerhard Deutsch)

WIEN. Für Heide Schmidt war das Projekt LIF nach der enttäuschenden Nationalratswahl abgeschlossen. Werner Becher (36) wollte es nicht wahrhaben. Mit Gleichgesinnten setzte er sich vor drei Wochen im Wiener „Café Prückel“ zusammen, um das Liberale Forum fortzuführen. Am Sonntag wurde der bisherige Innovationssprecher vom LIF-Bundesforum zum neuen Parteichef gewählt.

Die Partei soll nun wirtschaftsliberaler werden, aber nicht „neoliberal“, sagt Werner Becher. Wo da genau die Grenze ist? Die Neoliberalen würden dafür eintreten, dass sich der Staat zur Gänze zurückziehen soll. Die Liberalen allerdings treten für einen starken, effizienten Staat ein, der die Regeln für die freie Marktwirtschaft definiere und diese auch kontrolliere, so der liberale Parteichef.

Becher möchte das LIF auf „neue Beine stellen“. Könnte die Partei umbenannt werden? „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch“, sagt der Neo-Obmann. Beim nächsten Bundesforum im April soll dies beschlossen werden. Der Begriff „Forum“ soll dann Vergangenheit sein. „Die Liberalen“ wäre eine Option.

Bechers Vorgänger, Heide Schmidt und Alexander Zach, werden in der neuen Partei keine Rolle mehr spielen. „Und Herrn Haselsteiner kenne ich persönlich gar nicht“, sagt Becher. Der Weinviertler HTL-Absolvent ist erst seit Jahresbeginn beim LIF aktiv, zuvor war er lediglich Sympathisant.

 

Weinviertler IT-Unternehmer

Vor fünf Jahren hat sich Becher als IT-Unternehmer („beiT“) selbstständig gemacht, davor war er Projektmanager bei diversen IT-Firmen, darunter bei Siemens in München. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Weggefährten beschreiben ihn als Verkaufs- und Kommunikationstalent, er sei aber auch „ein bisschen ein Dampfplauderer“. Keine schlechten Voraussetzungen für eine politische Karriere also.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.10.2008)

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