"Mystery Shopping": Ärztekammer kritisiert "Spione"

Die Ärztekammer ist "erschüttert" über die Pläne der Regierung, als Patienten getarnt Tester in die Praxen zu schicken.

Symbolbild: Wartezimmer eines Arztes
Symbolbild: Wartezimmer eines Arztes
Symbolbild: Wartezimmer eines Arztes – www.BilderBox.com

Unter den Maßnahmen zum Punkt "Kampf gegen Steuerbetrug" findet sich im Steuerreform-Papier der Regierung der Punkt: "Mystery Shopping bei Ärzten". Darunter versteht man, dass Prüfer der Krankenkassen als Patienten getarnt Arztpraxen aufsuchen und diese auf etwaigen Missbrauch überprüfen. Ein Vorgehen, dass für Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger zu weit geht, wie er am Donnerstag im Ö1-"Morgenjournal" sagte.

"Ich bin erschüttert. So eine Pauschalverdächtigung der Sozialversicherten habe ich schon lange nicht mehr erfahren", meint Wechselberger."Es gibt in Österreich über 100 Millionen E-Card-Kontakte mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Ich kann Ihnen versichern, dass im größten Bereich diese Arzt-Patienten-Kontakte korrekt abgerechnet werden."

Weiters verwies der Ärztekammerpräsident auf die Kontrollen durch die Wiener Gebietskrankenkasse, deren Missbrauchsabteilung teilweise Prüfer in die Praxen entsende. Ihr Fazit: Falsche Leistungsabrechnungen verursachen den größeren Schaden, Betrug durch die Patienten ist sehr selten.

McDonald: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Peter McDonald vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger kann Wechselbergers Bedenken im ORF-Radio indes wenig abgewinnen. Er lobte die Pläne der Regierung. Vertrauen sei gut, stichprobenartige Kontrolle sei aber besser.

>> Bericht im Ö1-"Morgenjournal"

(Red.)

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