Graz-Wahl: ÖVP legt zu, KPÖ bleibt zweitstärkste Kraft

Die ersten Hochrechnungen zeigen die ÖVP voran, die KPÖ wurde Zweite vor der FPÖ. 222.856 Personen durften ihre Stimme abgeben, zehn Parteien und Listen standen zur Auswahl.

GRAZ-WAHL: GRAZER GEMEINDERATSWAHL 2017 - NAGL
GRAZ-WAHL: GRAZER GEMEINDERATSWAHL 2017 - NAGL
Siegfried Nagl dürfte Grazer Bürgermeister bleiben – (c) APA/ERWIN SCHERIAU (ERWIN SCHERIAU)

Keinen großen Umbruch, aber deutliche Verschiebungen bringt die Grazer Gemeinderatswahl heute, Sonntag. Das vorläufige Endergebnis ohne Briefwahl zeigt einen deutlichen Sieg von ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl mit 37,66 Prozent, KPÖ-Vizebürgermeisterin Elke Kahr hielt Platz 2 mit 20,39 Prozent und FP-Stadtrat Mario Eustacchio sicherte sich mit 16,28 Prozent den 3. Platz. Grüne und SPÖ lagen mit 10,22 bzw. 10,09 Prozent gleich auf. Die Neos schafften den Einzug mit 3,84 Prozent.

Am Montag werden noch die 13.626 Wahlkarten ausgezählt, die immerhin 6,11 Prozent der Wahlberechtigten ausmachen. Dann wird sich auch entscheiden, ob es die SPÖ oder die Grünen auf den vierten Platz schaffen. Die Piraten werden in der kommenden Gemeinderatsperiode nicht mehr im Stadtparlament vertreten sein.

In der Hochrechnung inklusive Briefwahl kommt die ÖVP mit 38,2 Prozent (plus 4,5) auf 19 Mandate (plus 2) und drei Sitze im Stadtsenat. Die KPÖ bleibt fast unverändert klar Zweite mit 20,0 (plus 0,1), zehn Mandaten und einem Regierungssitz. Die FPÖ wird mit 15,8 Prozent (plus 2,0) Dritte mit unverändert sieben Mandaten und einem Regierungssitz.

Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahl in Graz
Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahl in Graz
Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahl in Graz – (c) APA

Hochrechnung inkl. Briefwahl: zwei Mandate für Neos

Die Grünen verlieren leicht (minus 1,7) auf 10,5 Prozent und ein Mandat auf fünf, halten aber ihren Regierungssitz. Die SPÖ rutscht mit 10,1 (minus 5,2) auf Platz fünf ab, verliert zwei Mandate auf fünf, dürften aber ihren Regierungssitz halten können.

Die Piraten fliegen aus dem Gemeinderat, dafür ziehen die Neos mit 4,0 Prozent und laut letzter Hochrechnung gleich zwei Mandaten in den Gemeinderat ein.

222.856 Personen stimmberechtigt

Insgesamt waren 222.856 Personen (2012: 209.805) wahlberechtigt. Nagl bewarb sich nach mehr als 13 Jahren im Amt zum vierten Mal um den Stadtchef, der vom Gemeinderat gewählt wird. Vergeben werden 48 GR- und sieben Stadtsenatssitze, in Graz herrscht das Proporzsystem.

Neu sind Neos, Liste "WIR", Einsparkraftwerk und Liste Petrovic

Dem Votum stellten sich zehn Parteien, neben den im Gemeinderat vertretenen ÖVP, KPÖ, FPÖ, SPÖ und Grünen sowie den Piraten stehen bei der um ein Jahr vorverlegten Wahl neue Listen am Stimmzettel: Neos, Liste "WIR", Einsparkraftwerk und Liste Tatjana Petrovic. Das endgültige Ergebnis liegt am Montagabend nach Auszählung der Briefwahlstimmen vor. Mit 13.626 Wahlkarten wurden doppelt so viele wie 2012 mit 6.643 ausgegeben.

Die Wahl 2012

Bei der Gemeinderatswahl im November 2012 erreichte die ÖVP mit Bürgermeister Nagl mit einem Minus von 4,63 Prozentpunkten 33,74 Prozent (17 Mandate). Die KPÖ legte mit einem Plus von 8,68 Prozentpunkten auf 19,86 Prozent zu (10 Mandate). Die SPÖ kam mit minus 4,43 Prozentpunkten auf 15,31 Prozent (7 Mandate). Die FPÖ schaffte mit einem Zuwachs von 2,9 Prozentpunkten 13,75 Prozent (7 Mandate). Die Grünen verloren 2,42 Prozentpunkte und kamen auf 12,14 Prozent (6 Mandate). "Pirat" Philip Pacanda zog mit 2,7 Prozent in den Gemeinderat ein (1 Mandat).

Die Wahlbeteiligung lag bei 55,47 Prozent (2008: 52,76 Prozent).

 

 

 

(APA)

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