Eine Kandidatin für eigentlich alles

Elisabeth Köstinger. Die Kurz-Vertraute ist für vieles im Gespräch.

(c) Clemens Fabry

Je nach Standpunkt kann man es positiv oder boshaft formulieren: Elisabeth Köstinger ist vielseitig einsetzbar – oder eben Kandidatin für eh alles. Immerhin war sie schon öfter als Ministerin für Landwirtschaft im Gespräch, kurzzeitig sogar für Bildung – und wurde dann überraschend als Nationalratspräsidentin nominiert.

Im Parlament wurde sie nicht besonders freundlich empfangen, im Gegenteil: Sie erhielt das historisch schlechteste Ergebnis bei einer Präsidentenwahl. Das lag einerseits daran, dass Köstinger noch nie als Nationalratsabgeordnete tätig war. Und andererseits haben viele vermutet, dass sie ohnehin bald auf die Regierungsbank wechseln wird.

Komplett ausschließen will das Köstinger nicht – sagt aber gleichzeitig, dass sie im Parlament bleiben wolle. So oder so ist die 38-jährige Kärntnerin die wichtigste weibliche Personalreserve in der ÖVP für Sebastian Kurz. Sie ist umgänglich, kommt mit Menschen leicht ins Gespräch, war aber gleichzeitig jahrelang EU-Abgeordnete und ist daher mit der internationalen Bühne vertraut.

Ein weiterer wichtiger Faktor allerdings: Sie und Kurz sind enge Vertraute. Als sie einander kennenlernten, war Köstinger Chefin der Bauernjugend, Kurz Obmann der Wiener JVP. Und als er die Bundespartei übernahm, ernannte er sie zur Generalsekretärin. (ib)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.12.2017)

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