Andreas Mölzer plädiert für "Hygiene im eigenen Haus"

Der frühere FPÖ-EU-Parlamentarier besucht heute den Wiener Akademikerball. Er will das umstrittene NS-Lied "ein-, zweimal" gehört haben. Es sei ein "Spottlied" gewesen.

PK 'FP-KANDIDATEN FUeR DIE EU-WAHL': MOeLZER
PK 'FP-KANDIDATEN FUeR DIE EU-WAHL': MOeLZER
Andreas Mölzer – APA/HERBERT PFARRHOFER

Der ehemalige EU-Parlamentarier und freiheitliche Publizist Andreas Mölzer betont, er selbst sei „kein Burschenschaftler“, sondern „Corpsstudent, das ist etwas anderes“. Angesprochen auf das umstrittene NS-Liederbuch der Burschenschaft Germania in Niederösterreich, meinte Mölzer am Freitag im Ö1-„Morgenjournal“: „Dieses obskure Liederbuch und diese groteske Strophe, die einfach in keiner Weise zu entschuldigen oder zu rechtfertigen ist, ist eine Sache. Das studentische Liedgut, das da häufig falsch interpretiert wird, ist eine andere Sache.“

Gemeint ist die Passage in dem 300 Seiten starken Liederbuch: „Gebt Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million.“ Die Staatsanwaltschaft hat in der Affäre bereits Ermittlungen wegen des Verdachts auf Wiederbetätigung aufgenommen; Niederösterreichs FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer seine Germania-Mitgliedschaft ruhend gestellt.

"Spottlied, kein Loblied"

Er, so führte Mölzer im ORF-Radio aus, habe ein wenig recherchiert. Er habe das umstrittene Lied, obgleich er es selbst nie gesungen habe, nur gehört. „Diese Strophe ist mir auch vor 40, 50 Jahren ein-, zweimal untergekommen“, so Mölzer. „Dieses Lied ist ein sehr altes Volks- und Studentenlied – ohne diese Strophen, betone ich.“ Es sei, beruft er sich auf einen Publizisten, ein „Spottlied, kein Loblied“ gewesen.

Sein Sohn sei auch Corpsstudent und kenne das Lied nicht, führte der Ex-Parlamentarier aus. Das sei auch gut so, solche Strophen seien untragbar. „Ich glaube auch, dass wir Hygiene im eigenen Haus - in jeder einzelnen Verbindung - eine psychisch-historische Hygiene suchen und schaffen müssen. Und, wo es solche Restbestände gibt - ich kenne an sich keine - gehören sie ausgetilgt und das gehört unterbunden.“

Akademikerball "mit 1000 oder 2000 Freunden"

„Das ist ein schöner, traditioneller Wiener Ball“, lobte Mölzer im ORF-Radio denn auch den Akademikerball, der heute Abend in Wien stattfinden wird. „Ich treffe dort wahrscheinlich tausend oder zweitausend Freunde, von denen ich die Hälfte wahrscheinlich mit Vornamen kenne. Diese traditionellen Korporationen sind der Mittelpunkt des national-liberalen Lagers in Österreich.“ Es handele sich um eine „akademische Rest- und Randkultur“.

Ob Germania-Mitglieder am Akademikerball sein werden, könne sein, er wisse es aber nicht, sagte Mölzer.

>>> Mölzer im Ö1-"Morgenjournal"

(Red.)

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