Liste-Pilz-Obmann Rossmann verdient fast so viel wie ein Minister

Rossmann legte am Sonntag seine Gehälter offen und forderte das auch von allen anderen Abgeordneten. Ein Ausschluss der Abgeordneten Bißmann aus der Partei stehe noch nicht fest.

Rossmann verdient rund 17.000 Euro.
Rossmann verdient rund 17.000 Euro.
Rossmann verdient rund 17.000 Euro. – APA/HERBERT P. OCZERET

Der Klubobmann der Liste Pilz Bruno Rossmann verdient rund 17.000 Euro brutto im Monat und damit fast genau so viel wie ein Minister (17.774). Diese Summe setzt sich zusammen aus dem Abgeordneten-Salär (8800 Euro), dem Zusatzgehalt als Klubobmann (3000 Euro) und 5100 Euro Pension. Das legte Rossmann in der ORF-Pressestunde offen, nachdem er für seine Mehrfach-Bezüge kritisiert worden war.

Rossmann forderte am Sonntag alle Abgeordneten auf, ihre Gehälter ebenfalls offen zu legen und kündigte an, einen Teil seines Einkommens in einen Sozialfonds einfließen zu lassen. Er sprach sich zudem auf eine entsprechende Frage dafür aus, dass bei solchen Mehrfach-Ansprüchen künftig die Abgeordneten-Gehälter beschränkt werden.

Was die Konflikte im Klub der Liste Pilz betrifft, ist laut Rossmann der Ausschluss der Abgeordneten Martha Bißmann, die sich geweigert hatte, Platz für Listengründer Peter Pilz zu machen, noch nicht fix. Nachdem Bißmann eine Entschuldigung angekündigt und das Gespräch gesucht habe, werde er am Montag mit ihr reden, kündigte Rossmann an. "Wir werden schauen. Sie hat das Gespräch gesucht." Es liege ein Antrag auf Ausschluss vor, bestätigte Rossmann, er wollte aber nicht sagen, wer diesen eingebracht hat. "Wenn es kein Vertrauen gibt, und das ist eine Grundvoraussetzung, werden wir über einen Ausschluss diskutieren müssen", so Rossmann.

Alt gegen Jung? Rossmann ortet "offene Diskriminierung"

Einen Grund zur Entschuldigung bei Bißmann sieht er nicht. "Niemand hat erwartet, dass sie Platz macht, und niemand hat auf sie Druck gemacht. Ich sehe keinen Grund für eine Entschuldigung", lehnte er eine entsprechende Aufforderung Bißmanns ab.

Dass es im Klub einen Kampf zwischen Alt und Jung geben soll, versteht Rossmann nicht, er fühlt sich sogar "ein wenig diskriminiert": "Das ist eigentlich offene Diskriminierung." Die Tatsache, dass nach dem Rückzug von Peter Kolba mit ihm und Wolfgang Zinggl zwei "ältere" Männer die Klubführung übernommen haben, begründete Rossmann damit, dass die zwei infrage gekommenen jungen Frauen Daniela Holzinger und Alma Zadic viel zu tun hätten mit den zwei Untersuchungsausschüssen. "Ich habe mich gar nicht gerissen um diesen Job. Wir wollten, dass eine Frau den Klub führt."

Rossmann sagte, dass die Liste Pilz bei den EU-Wahlen im kommenden Jahr antreten will und es diesbezüglich Gespräche mit dem früheren grünen EU-Abgeordneten Johannes Voggenhuber gegeben habe. Er zeigte sich optimistisch, dass die Liste auch bei der nächsten Nationalratswahl in mehr als vier Jahren Chancen haben werde, allerdings würde sie unter einem anderen Namen antreten, denn der jetzige wird laut Rossmann geändert.

Abgeordnete haben "großes Potenzial"

Die Arbeit des jungen Klubs bewertete Rossmann trotz der zahlreichen internen Querelen fast euphorisch: "Wir haben schon Großartiges geleistet. Unsere Abgeordneten haben großes Potenzial." Er gestand aber auch Fehler ein. "Wir haben natürlich Fehler gemacht. Das ist ja keine Frage. Wir haben viele Wähler vergrämt. Dafür möchte ich mich entschuldigen", so Rossmann.

>>> Zur "Pressestunde".

(APA)

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