Bohrn Mena will klagen: Liste Pilz liefert sich die nächste Schlammschlacht

Sebastian Bohrn Menas Rausschmiss aus der Partei von Peter Pilz war nicht mit dem Klub abgestimmt, unter den Abgeordneten gibt es Solidarität mit Bohrn Mena. Er will jetzt klagen.

Dr. Sebastian Bohrn Mena Thalhammer  Politik Sonntag by Akos Burg Schottenhof 1010
Dr. Sebastian Bohrn Mena Thalhammer  Politik Sonntag by Akos Burg Schottenhof 1010
Will klagen: Sebastian Bohrn Mena (Archivbild) – Die Presse/Akós Burg

Wien. Die Liste Pilz beschäftigt sich wieder mit Selbstzerfleischung. Sebastian Bohrn Mena, der für die Liste kandidierte und im Klub Abgeordneter ohne Mandat für Menschenrechte und Tierschutz war, hatte sich in einem „Presse am Sonntag“-Interview kritisch über Peter Pilz geäußert, verkündete seinen Austritt aus der Partei - am Montag erfuhr er dann von seiner fristlosen Entlassung aus dem Parlamentsklub der Liste Pilz.

Gegen diese Entlassung will er nun rechtlich vorgehen. Er sei "bestürzt", dass die Entlassung öffentlich gemacht worden sei, sagt Bohrn Mena in einem Interview mit dem Sender "Puls 4", das Mittwochabend in der Talksendung "Wie jetzt?" ausgestrahlt wird: "Jetzt werden wir das entsprechend gerichtlich fortsetzen, denn ich habe nicht vor, das einfach hinzunehmen. Ich werde mich dagegen wehren."

Allerdings sagt Bohrn Mena auch, er hoffe weiterhin, "dass wir eine Lösung finden". Er habe zuletzt versucht, mit Parteigründer Pilz zu sprechen, aber der habe nicht abgehoben, stattdessen öffentlich die Unwahrheit über ihn verbreitet und ihn als Karrieristen hingestellt. Kritik übt Bohrn Mena auch an der designierten Parteichefin Maria Stern. Denn als die Abgeordnete Martha Bißmann wegen ihrer Weigerung, für Pilz das Mandat zu räumen, intern angefeindet wurde, habe Stern Bißmann nicht verteidigt, sondern im Gegenteil gesagt, sie sei selbst an ihrer Situation schuld.

Protest der Frauen

Bohrn Menas Rausschmiss war mit dem Klub nicht abgestimmt – unter den Abgeordneten gibt es durchaus Solidarität mit dem aufmüpfigen Mitarbeiter. Vor allem die Frauen im Klub protestieren gegen Bohrn Menas Entlassung. Denn auch sonst sei im Klub jede Kleinigkeit abgestimmt worden – wie etwa die Anschaffung von Computern. Dass bei einer derart wichtigen Entscheidung das Klubgremium nicht einberufen wurde, sorgt für Unmut.

Für Mittwoch wurde eine Sitzung zur Causa einberufen. Es darf davon ausgegangen werden, dass sich die Abgeordneten gegen die Entscheidung ebenso wehren werden wie Sebastian Bohrn Mena selbst.

In dem Interview mit der "Presse am Sonntag" hatte Bohrn Mena unter anderem Pilz' Führungsstil autoritär und antidemokratisch genannt und das politische Projekt als gescheitert bezeichnet. Im Klub hatte er aber dennoch weiterarbeiten wollen.

Am Montag wurde er fristlos entlassen. Die Klubobleute Bruno Rossmann und Wolfgang Zinggl warfen ihn hinaus. Als Begründung wurde „klubschädigendes Verhalten“ angegeben.
[OLWSR]

(ath/APA)

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