Karin Kneissl über #MeTwo: "Diese Erfahrungen gehören leider zum Erwachsenwerden"

Außen- und Integrationsministerin Karin Kneissl (parteifrei, auf FPÖ-Ticket) spricht im Interview, das kurz vor ihrem kleinen Schwächeanfall am Sonntag geführt wurde, über die #MeTwo-Debatte, den wachsenden Antisemitismus in Österreich und ein mögliches Hausverbot für sie in der Diplomatischen Akademie.

Außen- und Integrationsministerin Karin Kneissl.
Außen- und Integrationsministerin Karin Kneissl.
Außen- und Integrationsministerin Karin Kneissl. – fotonovo.at / Daniel Novotny

Die Presse: Unter dem Hashtag #MeTwo berichten Menschen mit Migrationshintergrund seit Wochen von persönlichen Diskriminierungserfahrungen. Fällt Ihnen eine Schilderung ein, die Ihnen besonders nahegegangen ist?

Karin Kneissl:
Diese Erfahrungen gehören leider zum Erwachsenwerden dazu und passieren im Alltag vielen von uns, nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund. Man muss versuchen, damit umzugehen.

Auf seinen Migrationshintergrund reduziert zu werden, passiert, glaube ich, nur Menschen mit Migrationshintergrund.

Mit dummen Aussagen ist jeder von uns konfrontiert. Auch ich. Egal, ob im Mann-Frau-Verhältnis, im Beruf, ob man mit einem quengelnden Kleinkind unterwegs ist oder einem Hund, der jemandem nicht gefällt. Soll ich das immer an mich heranlassen? Damit muss man umgehen können, sich zusammenreißen oder mit einer Portion Humor nehmen. Mich haben diese Situationen immer weitergebracht. Ich habe gespürt, dass ich an ihnen wachse.

Ihr Ratschlag an die Betroffenen lautet also: Nicht zu Herzen nehmen, lächeln und daran wachsen?

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