Grabenkämpfe in der Tiroler Volkspartei

Kandidat tritt noch vor der Nationalratswahl zurück.

Josef Lettenbichler (Archivbild 2008).
Josef Lettenbichler (Archivbild 2008).
Josef Lettenbichler (Archivbild 2008). – (c) imago stock&people

Wien/Innsbruck. Die Tiroler ÖVP kommt nicht zur Ruhe. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der Spitzenkandidat im Wahlkreis Unterland, der Abgeordnete Josef Lettenbichler, seine Kandidatur zurückgezogen hat. Grund dafür sind die Grabenkämpfe zwischen den Bünden. Lettenbichler, der dem Wirtschaftsbund angehört, sah sich übermächtiger innerparteilicher Konkurrenz ausgesetzt: In seinem Wahlkreis kandidieren auch Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger und Michael Riedhart von der Jungen ÖVP.

Zwar führt die ÖVP diesmal keinen offensiven Vorzugsstimmenwahlkampf, doch diese beiden Kandidaten werden vom Bauernbund bzw. von der JVP gepusht. Wenn einer von ihnen mehr als 14 Prozent der Stimmen im Wahlkreis erreicht, wird er automatisch vorgereiht. Lettenbichler fürchtete einen „Vorzugsstimmenwahlkampf der Extraklasse“. Für derartige Hahnenkämpfe stehe er nicht zur Verfügung.

Der Tiroler Wirtschaftsbund-Chef, Franz Hörl, zeigte sich „not amused“. Er hätte gute Chancen für Lettenbichler gesehen, wieder in den Nationalrat einzuziehen. In der Tiroler ÖVP spricht man von innerparteilicher Demokratie. Wahlkampf bedeute nun einmal zu kämpfen, so Landesgeschäftsführer Martin Malaun.

Es ist aber nicht der erste innerparteiliche Krach. Zuvor hatte sich schon der ÖAAB über die Listenerstellung empört. ÖAAB-Landeschefin Beate Palfrader sah ihre Organisation benachteiligt und kündigte an, der Arbeitnehmerflügel werde die Anstrengungen im Wahlkampf einstellen. Ob das so bleibt, ist offen: Durch den Rückzug Lettenbichlers rückt eine ÖAAB-Vertreterin auf einen wählbaren Listenplatz. (maf/APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2019)

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