"Putsch": Wiener Grüne streiten jetzt auch in Mariahilf

Die Grünen im sechsten Bezirk haben sich nach internen Querelen gespalten. Die Liste "Echt Grün" macht der Partei bei der Wien-Wahl im Herbst Konkurrenz.

Sondersitzung des Wiener Gemeinderats zur Budgetsituation im Sozialressort ( Susanne Jerusalem ) Pho
Sondersitzung des Wiener Gemeinderats zur Budgetsituation im Sozialressort ( Susanne Jerusalem ) Pho
Susanne Jerusalem – (c) (Michaela Seidler)

Die Wiener Grünen müssen sich erneut mit internen Streitereien herumschlagen. Nach dem jüngsten Sturz des grünen Bezirksvorstehers in der Josefstadt gibt es nun auch einen Konflikt in Mariahilf. Die dortige Gruppe hat sich gespalten, womit nun zwei grüne Fraktionen antreten werden.

Die abgespaltene Fraktion aus acht Personen unter der Führung von Manfred Rakousky wird im Herbst unter dem Listennamen "Echt Grün - Die Mariahilfer Alternative" den Grünen im sechsten Bezirk Konkurrenz machen. Der Konflikt hat seinen Ursprung in der Wahl der Noch-Gemeinderatin Susanne Jerusalem zur grünen BezirksvorsteherKandidatin. Die Gruppe rund um Rakousky sieht darin einen "Putsch" der Landespartei, wie sie mitteilte. Der Neo-"Echt Grün"-Chef war bei der Bezirkslistenerstellung Jerusalems einziger Gegenkandidat um die Nummer 1 gewesen und seiner Rivalin mit 32 zu 12 Stimmen unterlegen.

"Es gab bis gestern Verhandlungen mit den Gruppen und dem Landesvorstand über einen Kompromiss", erklärte Rakousky. Die Bezirksgruppe sei vor einem Jahr noch "wunderbar vereint" gewesen. Die Möglichkeit einer Wiedervereinigung in naher Zukunft sieht er derzeit nicht: "Jetzt ist die Mauer so hoch, dass sie für uns unüberwindbar ist." Aber falls ein faires Angebot komme - "jetzt oder nach der Wahl" - könne man durchaus darüber nachdenken.

Vassilakou: "Bedauerlich"

"Es ist bedauerlich, dass diese Gruppe die klare demokratische Entscheidung nicht akzeptiert, aber ich kann es nicht ändern", kommentierte Landespartei-Chefin Maria Vassilakou die Reibereienh. Die grüne Bezirksgruppe mit Jerusalem als Spitzenkandidatin sei jedenfalls ein stabiles Team. Sie sei nach wie vor guter Dinge, dass man den sechsten Bezirk erobern werde. Die Mariahilfer Spitzenkandidatin Jerusalem räumte ein, dass die Querelen die Chancen auf die Umfärbung des Bezirks schmälern könnten, aber man könne niemand daran hindern, selbst zu kandidieren.

Der sechste Bezirk gilt für die Grünen als Schlüsselbezirk, weshalb die Partei angekündigt hatte, intensiv um Stimmen im derzeit rot regierten Mariahilf kämpfen zu wollen.

 

 

(APA)

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