"Mut, Bürger!"-Buch von EU-Mandatar: "Zwischenschritt" zur Nationalratswahl?

Der Europaparlamentarier Martin Ehrenhauser - einst „Liste Martin“, heute Einzelkämpfer - legt ein Buch für eine "unabhängige Bewegung" vor - eine Kandidatur bei der Wahl 2013 ist "nicht ausgeschlossen".

(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

Wien. Zivilgesellschaft, nächster Anlauf: Am Dienstag stellte der EU-Abgeordnete Martin Ehrenhauser (einst „Liste Martin“, heute Einzelkämpfer) in Wien sein neues Buch vor. „Mehr Mut, Bürger!“ heißt das Werk, das er mit 15 weiteren Autoren erstellt hat und mit dem er sich für Reformen in Bund, Ländern, Gemeinden und auf EU-Ebene ausspricht. Ehrenhauser: Um Fortschritte zu erzielen, brauche es eine immer stärkere, unabhängige Bewegung aus dem Volk – denn nur eine solche wäre überhaupt noch berechtigt, „moralische Kritik“ an den jetzigen Zuständen zu üben.

Ob eine solche Bewegung, die sich laut Ehrenhauser infolge des Buches bilden könnte, auch in eine Wahlbewegung bis zur nächsten Nationalratswahl (planmäßig 2013) münden solle? Konkret sei noch nichts, so Ehrenhauser zur „Presse“. Aber: „Wenn daraus etwas entsteht, bin ich froh. Vielleicht muss man ein paar Zwischenschritte machen.“ Man werde jedenfalls weiter Kräfte sammeln. Gäbe es eine Bewegung, stehe er auch gern bereit – ob als Nummer eins, lässt er offen.

Fest steht für Ehrenhauser, dass man sich nicht mit anderen Bewegungen messen wolle – etwa mit „Mein Österreich“, das sich nach einem Buch des Salzburger Ex-SPÖ-Chefs Wolfgang Radlegger gebildet hat. „Das sind Altpolitiker, die versuchen, sich als unabhängig darzustellen.“ Ehrenhausers Urteil: zu wenig glaubwürdig. Das sagt er auch über seinen einstigen Mentor, für den Ehrenhauser noch bei der EU-Wahl 2009 kandidierte – Hans-Peter Martin. Mittlerweile gebe es keinen Kontakt mehr zu HPM, der unter Korruptionsverdacht stehe.

 

Finanziert aus EU-Mitteln

Das Buch „Mehr Mut, Bürger!“ ist über office@ehrenhauser.at gratis erhältlich. Gekostet hat die Produktion laut Ehrenhauser rund 3000 Euro – finanziert „aus dem Haushalt des Europäischen Parlaments“, wie es im Buch heißt. Ehrenhauser rechtfertigt das: Jedem Mandatar stehe EU-Budget für Kommunikationsarbeit zu. Alles sei rechtens.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2012)

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