Fachkräfte

Männlich, mobil und Mangelware

Zukunftsorientiere Unternehmen brauchen digitale Talente. Aber gerade diese sind am ehesten bereit, in andere Länder zu ziehen, um ihre Karriere zu beflügeln.

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Programmierer, Mobile Apps-Entwickler, Spezialisten für digitales Marketing, Künstliche Intelligenz, Machine Learning oder Datamining. 27.000 dieser Digitalexperten aus 180 Ländern wurden für die Decoding Digital Talent-Studie der Boston Consulting Group befragt. Aber wer sind diese Personen, was wollen sie im Job und wie mobil sind sie?

Wunsch-Arbeitsland USA

Sieben von zehn Digitalexperten könnten sich vorstellen, im Ausland zu arbeiten. Am beliebtesten sind die USA, gefolgt von Deutschland und Kanada. Österreich liegt weltweit auf Platz 13 der begehrtesten Arbeitsorte. Bei mobilen Talenten aus Ost- und Südosteuropa befinden wir uns aber unter den Top 3. Im Städteranking führt London vor New York und Berlin. Wien belegt gemeinsam mit München Platz 16.

Österreicher bleiben im D-A-CH-Raum

246 der befragten Personen kamen aus Österreich. Hier zeigt sich: Die heimischen Datenexperten bevorzugen Europa und würden am liebsten im deutschsprachigen Ausland arbeiten. Als begehrteste Stadt siegt Berlin, gefolgt von Zürich und München. Erst dann zieht es die Österreicher nach London oder New York.

Konzerne statt Start-Ups

Man würde meinen, Digitalexperten arbeiten am liebsten in innovativen Jungunternehmen wie Start-Ups. Die Studie zeigt aber: Sie bevorzugen große Unternehmen oder wären lieber selbstständig als in einem Klein- bis Mittelbetrieb oder Start-Up beschäftigt zu sein.

Männlich und gut gebildet

Fast sieben von zehn Personen, die man als digitales Talent einordnet, sind Männer. Generell gilt: Wer digitale Skills hat, ist auch gut gebildet. Acht von zehn Digitalexperten haben einen Universitätsabschluss, 38 Prozent davon einen Bachelor-, genau so viele einen Master- und vier Prozent sogar einen Doktortitel oder Ähnliches.

Österreich ist wenig digital

In Österreich sind aber nur sechs Prozent aller Erwerbstätigen digitale Talente. Die Regierung müsste also daran arbeiten, Österreich attraktiver für Digitalexperten zu machen sowie die heimischen Talente hier zu behalten. Mitarbeiter mit digitalem Fachwissen erhöhen nämlich den ökonomischen Erfolg eines Landes und können dabei helfen, Österreich eine Vorreiterrolle bei digitaler Entwicklung einzuräumen.

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