Kündigen, ganz unpersönlich

Serie 3/8. Unangenehm, aber ein Beweis für vorhandenes Rückgrat: dem Gekündigten dabei in die Augen zu schauen. Acht Gebote für menschlich faire, methodisch sichere und rechtlich haltbare Trennungen.

Sie war ein paar Wochen im Krankenstand, als ihr der Postbote den blauen Brief an die Tür brachte. „...kündigen wir Sie zum Monatsletzten“ stand da. Nicht viel mehr sonst. 17 Jahre war sie bei der Firma. Und dann war sie der Chefin nicht einmal ein persönliches Gespräch wert.

Es gibt viele Geschichten von herzlosen Kündigungen. Eine Whatsapp, eine SMS, eine E-Mail, ein Brief im Postkasten, oder (besonders unschön) ein Kuvert am Schreibtisch, halb unter die Tastatur geklemmt. Rein rechtlich genügt das - rein menschlich verdient jeder Mitarbeiter persönliche Worte. Nicht zuletzt zeugen sie vom Rückgrat der Führungskraft, dem Mitarbeiter auch in unangenehmen Situationen in die Augen zu schauen.

Und dann war da noch dieser Vorgesetzte, der das Trennungsgespräch seiner Personalchefin umhängen wollte. Er hätte es nicht so mit Schluchzen und Weinen, sagte er. Sie wies ihn zurück: Emotionen auszuhalten ist Aufgabe einer Führungskraft. Wer das nicht erfüllt, ist fehlbesetzt.

 

Die methodischen Inputs zu dieser Serie stammen von Walter Reisenzein/OTM, die rechtlichen Inputs von Anna Mertinz/KWR.

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